17. Juni 2026
Naxos ist eine stille Insel, und Milos ist ursprünglich. Vom Elend der Reisemagazine und Zeitungen.
Bei der täglichen Lektüre der Stuttgarter Zeitung sprang mir heute ein großer Artikel von Gerd Höhler entgegen: "Urlauber entdecken Griechenlands stille Inseln" mit einem großen Foto von Naxos.
Neben Naxos als Ziel ohne Massentourismus nennt Herr Höhler darin allen Ernstes (neben Karpathos, Astipalea und Ikaria) Milos als Insel, die "Ruhe und Ursprünglichkeit" bietet.
Da stelle sich mir schon die Frage, unter welchem antiken Stein Herr Höhler die letzten zehn, 15 Jahre verbracht hat, dass ihm die ungebremste Betonwut und der wachsende Massentourismus der letzten Jahre auf eben diesen Kykladeninsel entgangen ist. Ruhe und Ursprünglichkeit sucht man auf Milos längst (und leider) vergeblich, und auch auf dem großen Naxos wird es im Sommerhalbjahr schwer.
Der Artikel beruht auf einer Rangliste des Reise- und Lifestylemagazins „Condé Nast Traveller", zu der dessen LeserInnen befragt wurden. Was nur mal wieder zeigt, dass solche Listen nichts taugen (außer als Marketing-Instrument für besagte Inseln), weil die Weltreisenden unserer Zeit - heute Naxos, morgen Gozo und übermorgen Sizilien - keine echte Ahnung von den bereisten Zielen haben (und auch nicht haben wollen). Und auch keinen Zeit dafür.
Den Artikel kann man auch bei "Reisereporter" nachlesen:
"Ruhe ohne Massentourismus. Neue Favoriten in der Ägäis: Urlauber entdecken Griechenlands stille Inseln", 15.06.2026.
Stille Inseln - ich krieg einen über mich!
Und natürlich wieder diese dämliche und völlig falsche Zahl von den 227 bewohnten griechischen Inseln (es sind nur um hunderte bewohnte Inseln wie der Census 2021 klar ergeben hat):
Zitat "....Je nach Quelle schwanken die Angaben zwischen 3000 und 6000 Inseln. Der militärgeografische Dienst Griechenlands zählt – einschließlich Felseninseln und Riffen – sogar 29.372. Dauerhaft bewohnt sind lediglich 227, für den klassischen Pauschaltourismus erschlossen nur etwa 20. Bezieht man touristisch weniger entwickelte Inseln ein, die vor allem Individualreisende und Griechen selbst besuchen, kommt man auf rund 60 attraktive Reiseziele..... "
Wie um der alles kommt Herr Höhler von den genannten grottenfalschen 227 bewohnten Inseln auf mal gerade 60 Inseln als attraktive Reiseziel? Ok, Psyttalia scheitet aus (im wahrsten Wortsinn), und Gialos, Makronisos, Ro, Farmakonisi, Spetsopoula und Skorpios. Aber wo wären dann die anderen 150?
Ach, ich rege mich auf. Bringt nichts. "Mit der Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens", wußte schon Schiller in der "Jungfrau von Orleans".
PS.
Und natürlich gibt es die Griechenlands wirklich stille Inseln. Hier auf diese Website findet ihr sie zuhauf. Aber pssst - nicht weitersagen!
12. Juni 2026
Giannis Skopelitis ist gestorben.
Der legendäre Kapitän der "Express Skopelits", die zweite Generation der Skopelitis' am Steuer der "Small Cyclades Lines", ist heute im Alter von 68 Jahre gestorben. Die "Skopi" trägt die Flagge auf Halbmast, und alle auf den Inseln um und auf Amorgos und Naxos trauern. Und viele in Griechenland und auf der ganzen Welt mit ihnen.
Καλό σου ταξίδι Καπετάνιε!
2. Juni 2026
Inseln, und Probleme mit dem Tourismus
In meinem Urlaub war ich jetzt auf Milos, Kassos und Karpathos. Drei völlig unterschiedliche Inseln in vielerlei Beziehung. Auch in ihrem Touristenaufkommen.
Alleine an der Nordküste von Milos beobachtete ich die Baustellen von vier riesigen Luxushotel, eine weitere Anlage entsteht an der südlichen Westküste bei Triades. Immerhin der Bau der völlig überdimensionierten White Coast Hotels bei Mandrakia wurde nun bis Ende des Jahres eingefroren, der Bau eines Luxushotel östlich von Sarakiniko wurde komplett untersagt. Die bereits entstandenen Schäden sind aber gut sichtbar und scheinen mir irreparabel.
Anfang Mai war auf Milos schon recht viel los, wenn auch vielleicht weniger als den Vorjahren. Das wäre aber Klagen auf hohem Niveau. Auf Karpathos klagte hingegen der Mietwagenverleiher über die wegen der Krisen und den Nahostkrieg ausbleibenden Touristen. Da es lange her ist, dass ich auf Karpathos war, fehlt mir der direkte Vergleich, aber tatsächlich schien mir in Diafani touristisch weniger los zu sein als vor zwölf Jahren. Nachdem es letztes Jahr gar keine Charterflüge von Deutschland nach Karpathos gab, ist es dieses Jahr immerhin einer, von Düsseldorf. Aus Österreich und den Niederlanden hat man eine deutlich größere Auswahl. Das macht macht sich überall auf der Insel sprachlich bemerkbar, und wird von den Karpathioten traurig beobachtet: man hätte gerne mehr deutsche Urlauber. Warum es nicht mehr Flüge aus D gäbe? Diese Frage konnte ich nicht beantworten.
Von ausländischen Touristen war auf Kassos dagegegen kaum etwas zu sehen. Die holländische Oma mit ihrer fast erwachsenen Enkelin und ich - das war's. Die Schweizer Frauengruppe, die ich am ersten Nachmittag in Fry im Café "Free" beobachtete, war nur zum Tagesausflug mit der "Kasos Princess" von Karpathos gekommen. Erst am 17. Mai brachte die "Blue Star Delos" weitere ausländische (deutschsprachige) Touristen. Es wäre hier so wunderbar ruhig, erzählte mit Konstantinos von der Pizzeria. Aber im Sommer, da würde es richtig voll, das würde er nicht so mögen. Ob er eine Vorstellung davon hat, was jetzt schon auf Milos los ist?
Fazit: jede Insel hat ihre eigenen Probleme. Zu viel Touristen. Zu wenige Touristen. Oder vielleicht auch gar keine Probleme mit Touristen?
1. Mai 2026
Καλή Πρωτομαγιά!
Als Zeichen derFruchtbarkeit und des
Frühlings werden am 1. Mai Blumen gesammelt und Kränze gebunden und ab die Türen gehängt.
Mehr Maikränze hier.

23. April 2026
Tipp für Preisbewußte
Zu Beginn der Reisesaison möchte ich darauf hinweisen, dass der griechische Staat in Bereichen, in denen sich Menschen länger aufhalten und Essen und Getränke mit Selbstbedienung verkauft werden, die Verkaufspreise für einige wenige Produkte festgelegt hat. So müssen Läden und Cafés in Wartebereichen von Flughäfen oder Häfen, aber auch auf Fähren die günstigste 0,5-Liter-Flasche Wasser für 60 Cent anbieten, den Elliniko für 1,50 und den Instant-Kaffee für 1,60.
Aber Achtung: das gilt nur für diese wenigen Produkte und in diesen Größen. Eine Auswahl gibt es nicht, weshalb man griechisches Wasser bekommt (meist Avra), aber kein Vittel! Und gerne werden die Produkte nicht präsentiert, sind "ausverkauft" oder man versucht, einem eine überteuerten Nescafé statt des preisreduzierten zu verkaufen.
19. April 2026
Topos Documentary Tinos Teil 2
7. April 2026
Topos Documentary Tinos
Mit Topos Documentary geht es nach den kleinen Ostkykladen und Amorgos auf Tinos weiter. Teil 1.
25. März 2026
Doku auf arte: Re: Die Ärzte der Ägäis. Deutschland 2026
Schöne Doku auf arte über eine Gruppe von Fachärzten aus Athen, die vorübergehend auf Ägäisinseln praktizieren. Hier im Beispiel auf Serifos.
Re: Die Ärzte der Ägäis. Dauer 31 Min.
17. März 2026
Zur Ergänzung der Petition unten:
Zusätzlich gibt es auch Unterschriftenlisten auf Papier, die man ausdrucken, unterschrieben, auslegen und weiterreichen kann. Diese Listen müssen dann bis 07.04.2026 an das Goethe-Institut Athen (Goethe-Institut Athen, Omirou 14-16, 10672 Athen) geschickt werden, oder eingescannt an [email protected]
Die Vorlage zum Download hier:
15. März 2026
Petition gegen die Einstellung des griechischen Programmes der Deutschen Welle
Wegen der Kürzung des Bundeszuschusses für 2026 hat der Auslandssender Deutsche Welle umfassende Sparmaßnahmen in Höhe von 21 Millionen Euro beschlossen. Im Zuge dessen soll das griechischsprachige Programm ab kommendem Jahr komplett eingestellt werden - als einzige der 32 Sprachen, auf denen gesendet wird. Es geht dabei um einen Beitrag von ca. 700.000 Euro im Jahr.
Das sorgt vor allem in Griechenland für Kritik.
https://www.tagesschau.de/ausland/europa/griechische-reaktion-dw-aus-100.html
Dieses Programm ist unter anderem wichtig für das Deutschlandbild der Griechen, die sich (mal wieder) von Deutschland im Stich gelassen fühlen könnten.
Es gibt nun mehrere Petitionen dagegen.
Bei der Mitgliederversammlung der VDGG in Gütersloh am 14. März 2026 wurde eine Petition im Deutschen Bundestag als die wirksamste vorgestellt. Dazu werden bis 16. April aber 30.000
Unterschriften benötigt. Das ist viel, und in sehr kurzer Zeit. Aber es ist zu schaffen.
Ich bitte darum, diese Petition zu unterschreiben und zu teilen. Sie darf von jedem und jeder unterschrieben werden, egal wo wohnhaft und welcher Staatsbürgerschaft.
Es handelt sich um diese Petition 195590:
https://epetitionen.bundestag.de/content/petitionen/_2026/_02/_24/Petition_195590.html
Hier der Text der Petition:
"Der Deutsche Bundestag setzt sich für den Erhalt des griechischsprachigen Programms der Deutschen Welle (DW) ein und fordert die Bundesregierung auf,
1.) zu prüfen, ob die der DW zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel so angepasst werden können, dass der
Fortbestand des griechischsprachigen Angebots gesichert wird;
2.) gegenüber der DW und ihrem Verwaltungsrat darauf hinzuwirken, die Entscheidung zur Einstellung des Programms auszusetzen und erneut zu bewerten.
Begründung
Die angekündigte vollständige Einstellung des griechischsprachigen Angebots der Deutsche Welle zum 1. Januar 2027 wird mit erheblicher Besorgnis gesehen.
Die griechische Redaktion der Deutschen Welle ist seit 1964 ein bedeutender Bestandteil der deutsch-griechischen Beziehungen. Besonders während der Militärdiktatur in Griechenland (1967–1974)
leistete sie einen wichtigen Beitrag zur freien, unabhängigen Information und war für viele Griechinnen und Griechen ein verlässlicher Bezugspunkt demokratischer Orientierung. Sie war damals
nahezu die einzige freie Informationsquelle in Griechenland. Diese historische Verantwortung darf nicht leichtfertig relativiert werden.
Ebenso darf die Wirkung einer Schließung in Griechenland und auf Zypern nicht unterschätzt werden. Gut zehn Jahre nach dem Ende der Staatsschuldenkrise und den damit verbundenen
kommunikativen Spannungen könnte der Vollzug dieser Entscheidung ein negatives Signal aussenden und die intensive Arbeit der Annäherung nachhaltig beeinträchtigen; im Gegenteil es braucht das
Programm weiter.
Es darf keinesfalls der Eindruck entstehen, Deutschland lasse Griechenland erneut im Stich – insbesondere vor dem Hintergrund, dass ausgerechnet das griechischsprachige Programm vollständig
eingestellt werden soll. Eine solche Maßnahme könnte in der öffentlichen Wahrnehmung als mangelnde Wertschätzung gegenüber einem engen europäischen Partner verstanden werden.
Die vielfältigen Bemühungen zahlreicher Akteure im deutsch-griechischen Kontext – in Politik, Zivilgesellschaft, Kultur und Wirtschaft – würden dadurch erschwert und in Teilen zurückgeworfen.
Sollte die Entscheidung abschliessend bleiben, müssen folgende Fragen beantwortet werden:
Wie ist die Entscheidung zu bewerten, eine Sprache einzustellen, die Amtssprache zweier Mitgliedstaaten der Europäischen Union – Griechenland und Zypern – ist?
Wie wird der Tatsache Rechnung getragen, dass über 500.000 Menschen griechischer Herkunft in Deutschland leben und damit Teil unserer gesellschaftlichen Realität sind?
Gerade in einer Zeit globaler geopolitischer Spannungen und wachsender Desinformation kommt internationalen, unabhängigen Medienangeboten besondere Bedeutung zu. Mehrsprachigkeit ist kein
Nebenaspekt, sondern Ausdruck von Respekt, Partnerschaft und europäischer Verbundenheit. Ebenso dient es als soft power instrument für die Bundesregierung.
Die griechische Sprache ist für viele Menschen weit mehr als ein bloßes Kommunikationsmittel. Sie ist Ausdruck kultureller Identität, historischer Erinnerung und ein zentraler Bestandteil des
europäischen Einigungsgedankens.
Eine vollständige Schließung des Programms birgt die Gefahr, populistischen Kräften in der Region zusätzlichen Argumentationsraum zu eröffnen, wonach Deutschland den Anliegen Griechenlands
nicht die gebotene Aufmerksamkeit schenke. Ein solches Signal sollte im Interesse der deutsch-griechischen Beziehungen und des europäischen Zusammenhalts unbedingt vermieden werden."
23. Februar 2026
Topos Documentary: Die Teile 4 und 5 (Schluss) von Amorgos.
9. Februar 2026
Seit letzen November ist der 9. Februar der UNESCO-Welttag der griechischen Sprache.
Σήμερα είναι η Παγκόσμια Ημέρα της Ελληνικής Γλώσσας της UNESCO.
Trotzdem hilft nur Üben, Üben, Üben wenn mαn Griechisch lernen will. Pfingstwunder sind heutzutage ja eher selten geworden ....
Παρόλα αυτά, το μόνο που βοηθάει είναι η εξάσκηση, η εξάσκηση και πάλι η εξάσκηση, αν θέλει κανείς να μάθει την ελληνική γλώσσα. Το μυστήριο τής Πεντηκοστής έχει γίνει σπάνια στις μέρες μας...
25. Januar 2026
Topos Documentary - Teil 3 von Amorgos.
16. Januar 2026
Topos Documentary - Teil 2 von Amorgos.
8. Januar 2026
Die vierte Insel ist bei Topos Documentary ist online: Teil 1 von Amorgos.
19. Dezember 2025
Die Welt der Gewürze, auf arte
Eine schöne Serie über Gewürze auf arte. Ein Teil über griechischen Safran besucht Kozani, Santorin und Anafi. https://www.arte.tv/de/videos/121295-005-A/die-welt-der-gewuerze/
Aber auch den Teil über die Kapern auf Salina fand ich sehr interessant. Angucken!
Und es gibt noch mehr Folgen, über Kurkuma, Majoran, Wacholder, Chili und Kreuzkümmel.
https://www.arte.tv/de/videos/RC-025194/die-welt-der-gewuerze/
10. Dezember 2025
Das neue Magazin von neaFoni ist da.
Das Thema ist Inselhüpfen auf den Kykladen. Hochglanz und mit vielen Bilder voller Sehnsucht.
Dazu gibt es Texte über Naxos, Amorgos, Folegandros, Milos, Kimolos, Sifnos, Kithnos und Kea. Ein kleiner Artikel über die Taubenhäuser auf Tinos ist von mir.
Meine Lieblingsfotos sind die Drohenbilder von Kea.
Hier kann man einen Blick hinein werfen: https://fotopedia.de/gr/neaFoni_31_Kykladen/
Anscheinend soll es mit neaFoni doch weitergehen, da Kalender und Heft sich sehr gut verkauft haben. Das wäre schön!
29. November 2025
Der nächste Film von Topos Documentary ist online. Mit Teil 2 über Donoussa
24. November 2025
In eigener Sache
Fünf Wochen bin ich nun aus Griechenland zurück. Seither habe ich es geschafft, immerhin einen Bericht zu schreiben, aber die Bilder dazu noch nicht fertig bearbeitet. Es fehlt mir an Muße und Zeit - zu viel anderes, das mir auch wichtig ist, besprucht meine freie Zeit. Und Dinge, die mir zwar nicht wichtig sind, aber trotzdem erledigt werden müssen. :-(
Leider kann ich Texte nicht am Abend schreiben, wenn ich schon den ganzen Tag in der Arbeit am PC gesessen bin: da kommt nichts gescheites dabei raus (manche sagen ja, das wäre eh nicht der Fall). Selbst für die Fotobearbeitung bin ich abends oft zu müde. Und wenigstens auf den Adventskalender möchte ich auf keinen Fall verzichten. Jetzt muss auch noch ein neuer PC eingerichtet werden. Leider gleich mehrmals, weil die Technik hakt. Ein Zeichen?
Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Im Januar soll es wieder nach Griechenland gehen. Stellt sich die Frage, ob ich den Herbsturlaub hier fertig aufbereite, oder dann den im Januar. Beides wird nicht gehen.
16. November 2025
Teil 3 von Topos Documentary ist online. Dieses Mal über Donoussa.
31. Oktober 2025
Chios nach den verheerenden Bränden
Ich war nur einmal auf der Insel Chios, die ich als ausgesprochen vielfältig und sehr interessant erlebt habe. Eigentlich wollte ich schon lange mal wieder hin, aber irgendwie kamen immer andere Inseln dazwischen....
Im Sommer 2025 hat es auf Chios gebrannt. 70 Quadratkilometer Natur wurden zerstört. Nein, es hat dieses Mal nicht die bekannten Mastix-Plantagen getroffen - Chios ist mehr als das. Sondern den Norden der Insel bei Volissos.
Caroline Wenzel, TV-Journalistin und profunde Chios-Kennerin, die auch teilweise dort lebt ("Süsse Zitronen und bittere Lieder: Gesichter eines griechischen Dorfes"), hat die Insel danach besucht. In ihrer Reportage für die Deutsche Welle zeigt sie den Kampf der Bewohner um ihre Existenz und das Warten auf staatliche Hilfe und Entschädigungen.
Die Sendung kann hier angesehen werden.
21.10.2025: Chios: Bewohner kämpfen nach Waldbränden um Existenz (Dauer 5:03):
Mir hat das Herz geblutet beim Anblick dieser Bilder der Zerstörung.
23. Oktober 2025
100 Jahre Manos Chatzidakis
Ein weiterer großer griechischer Komponist würde in diesem Jahr - genauer: heute - seinen hundertsten Geburtstag feiern: Manos Chatzidakis (offiziell Hadjidakis), der am 23. Oktober 1925 in Xanthi in Nordgriechenland geboren wurde. Da kann man wohl sagen, dass das Jahr 1925 mit Chatzidakis und Theodorakis die beiden wichtigsten griechischen Komponisten der neueren Zeit hervorgebracht hat.
Im Ausland mag der Name Chatzidakis weniger geläufig sein als der von Theodorakis, in Griechenland sind seine Lieder gleichermaßen Gassenhauer. Er holte den Rembetiko aus der Schmuddelecke der Unterwelt und bezeichnete ihn als Eckpfeiler der modernen griechischen Kultur.
Die beiden Komponisten kannten sich gut und schätzen sich, auch wenn sie musikalisch verschiedene Wege gingen und manchen Disput ausfochten. Etwa den "Epitafios-Streit" mit der Vertonung des Gedichtszyklus' von Jannis Ritsos.
International bekannt wurde Chatzidakis mit der Musik zu dem Spielfilm "Ποτέ την Κυριακή/Sonntags nie" von Jules Dassin 1960, für den er einen Oscar gewann (Theodorakis ging für die Musik von "Zorba the Greek" 1965 leer aus ...). Das bekannteste Lied daraus ist "Ta Paidia tou Peiraia", gesungen von Dassins späterer Ehefrau Melina Mercouri. Die deutsche Version "Ein Schiff wird kommen" wurde gesungen von Lale Andersen ein Hit. Weitere Hits liefert Chatzidakis für Nana Mouskouri, etwa "Weiße Rosen aus Athen", das ursprünglich "San sfirixis tris fores – wenn du dreimal pfeifst" hieß und 1961 für den Dokumentarfilm "Traumland der Sehnsucht" komponiert wurde. (Regie: Wolfgang Mueller-Sehn, Drehbuch Wolfgang Mueller-Sehn und Johannes Gaitanides, Kamera u.a. Michael Ballhaus). Der Film gewann 1961 den Silbernen Bär bei der Berlinale und kann hier angeguckt werden. Auch die Musik für "Topkapi" stammt von Chatzidakis.
Und vieles mehr.
Gestorben ist Manos Chatzidakis am 15. Juni 1994 in Athen.
PS. Der vorgestern im Alter von 80 Jahren verstorbene Komponist und Sänger Dionysis Savvopoulos war ein großer Verehrer der Musik von Chatzidakis, wie er in seinem letzten Text, veröffentlich am 21.10.2025 in "To Vima" schreibt. Chatzidakis hätte nicht so viele Ehrungen bekommen wie er verdient hätte, meinte er ...
PPS. Das griechische Kulturministerium erklärt an seinem Geburtstag 2026 zum Chatzidakis-Jahr ... bissle spät, finde ich.
11. September 2025
Die Schattenseite der Sonneninseln - Massentourismus in Griechenland
Im SWR-Fernsehen kam am 9. September die Sendung "Die Schattenseite der Sonneninseln - Massentourismus in Griechenland" über Übertourismus auf Mykonos, Santorin und Naxos und die Auswirkungen, vor allem was Umweltschutz und die ungebremste Bautätigkeit betrifft. Als eine Art Gegenbeispiel wurde Astypalea besucht. Aber auch dort ist nicht alles eitel Sonnenschein.
Was in der Sendung berichtet wurde, war für mich nicht neu. Höchstens die Unverschämtheit, mit der da vorgegangen wurde und wird, hat mich überrascht. Da müssten ein paar der illegalen Bauten mal auf Kosten der Erbauer abgerissen werden, dann könnte sich vielleicht etwas ändern. Aber wenn der Staat das gar nicht will? Korruption gibt es in Griechenland egal unter welcher Regierung, und wen interessiert schon Nachhaltigkeit? Nur ganz wenige Inseln haben ein Entwicklungskonzept über mehr, mehr, mehr hinaus.
Trotzdem sind die Kykladen für mich einer der schönen Flecken der Welt. Und es gibt ja zum Glück noch viel mehr schöne Inseln außer Santorin, Mykonos, und auch Naxos. :-)
Die Sendung kann in der ARD-Mediathek angeguckt werden:
29. Juli 2025
Hundert Jahre Mikis Theodorakis
Am 29. Juli 1925 wurde Mikis Theodorakis auf der Insel Chios geboren. Er starb am 2. September 2021 in Athen. Er war Musiker, Komponist, Politiker, Freiheits- und Friedenskämpfer, und wohl die bedeutendste griechische Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts.
Anlässlich seines hundertsten Geburtstages wurde das Jahr 2025 zum Theodorakis-Jahr ausgerufen. In Griechenland, aber auch weltweit, finden ihm zu Ehren Veranstaltungen statt.
Im Mai dieses Jahres war ich auf seinen Spuren auf Ikaria unterwegs, und habe daher auch Teile seiner Autobiografien (wieder)gelesen. Nicht immer leicht zu lesen mit allen den Verfolgungen, Folterungen und Leiden, die er erdulden musste. Gebrochen haben diese ihn nie. Vor allem aber berührt mich seine Musik, die aus Griechenland nicht mehr wegzudenken ist und längst Volksgut wurde. Leider habe ich ihn nie live erlebt. Als neulich in Stuttgart sein und Pablo Nerudas "Canto General" aufgeführt wurde, tobte der ausverkaufte Beethoven-Saal. Und ich hatte Gänsehaut von der ersten Note an.
Eine Würdigung seines Lebens und Werks auf der Deutschen Welle:
28.07.2025: Mikis Theodorakis: Ein Leben für Musik und Politik. Von Stephanos Georgakopoulos
https://www.dw.com/de/ein-leben-f%C3%BCr-musik-und-politik-zum-100-geburtstag-des-griechischen-komponisten-mikis-theodorakis/a-73437316
28. Mai 2025
Santorini – Natur- und andere Katastrophen
Es gibt einen neuen Artikel von Niels Kadritzke auf „Le Monde diplomatique“.
Vordergründig geht es zunächst um Santorin und die Erdbebenserie vom Februar und März 2025. Tatsächlich aber um die ausufernden Edelquartiere an der Calderakante, illegale Bautätigkeiten und
Landnahme, und Übertourismus.
Wie immer taucht er tief in Quellen und Materie ein, und das liest sich nicht bunt und werbewirksam.Dafür erhellend. Aber lest selbst:
„Santorini – Natur- und andere Katastrophen“. Niels Kadritzke | 22. Mai 2025
https://monde-diplomatique.de/shop_content.php?coID=%20%20%20100201
13. Mai 2025
Klaus Bötig ist tot.
Es ist lange her, dass wir uns zufällig einmal auf Kos getroffen haben. Wir waren dann immer mal wieder lose in Kontakt. Ob es um Abbildungen für eine Publikation ging oder um den Austausch von
Informationen, darum, seine Literaturtipps zu den griechischen Inseln auf meiner Website zu hosten oder dass nissomanie.de
im Griechenland Journal auftauchte (was nun prompt im 2025er-Heft nicht mehr der Fall ist) - es war ein Geben und ein Nehmen im gegenseitigen Respekt.
Die Griechenland Zeitung war es dann auch, die heute die Nachricht von seinem Tode am 11. Mai 2025 im Alter von 77 Jahren brachte.
Ich werde ihn vermissen.
Seine Artikel aus der Nähe (zu groß um noch journalistisch neutral sein zu können), und seine profunde Kenntnis Griechenlands, erwachsen aus jahrzehntelanger Erfahrung und voller Sympathie für Leute und Land.
Und dabei hatte ihn der griechische Staat während der Krise vor Gericht gezerrt, weil er 2011 in einem Artikel in der Zeitschrift "Focus" (die war ihm tatsächlich nicht würdig) die Griechen als
"sympathisches Völkchen" bezeichnet hatte. Wie absurd, aber während der Griechenland-Krise trieb manche Eskalation merkwürdige Blüten.
Möge ihm die Erde leicht sein!
12. April 2025
Ostern auf Naxos
Schöne neue Sendung im WDR aus der Reihe "Wunderschön!", die Lust auf Naxos im Frühjahr macht. Gedreht wurde offenbar um Ostern 2024 (und auf Koufonisi sicher auch noch später im Jahr). Da war ich etwas weiter westlich auf Milos, und ausgerechnet in der Auferstehungsnacht hat es dort geregnet. Naxos hatte mehr Glück.
https://www1.wdr.de/fernsehen/wunderschoen/sendungen/naxos-100.html
PS.
Lieber WDR - der Samstag vor Ostersonntag heißt Karsamstag, nicht Ostersamstag. Ostern ist erst nach der Auferstehung. *klugscheiß*
10. April 2025
Update Klimaabgabe/Climate Resilience Fee
Es war mir im Januar entgangen, aber die neue Klimaabgabe kostet für möblierte Zimmer und Apartments zwischen 1. April und 31. Oktober zwei Euro pro Nacht und Zimmer, und nicht die von mir im
Herbst befürchteten acht Euro. Die werden aber z.B. für Wohnungen in Athen pro Nacht fällig, da das als Kurzzeitvermietung gilt. Hier die Grenzen zu definieren scheint schwierig: Booking hat die
Erhöhung jetzt nachgeschoben - erst standen nur zwei Euro auf der Bestätigung.
Es war auch mal die Rede davon, dass die Erhöhung erst ab Juni 2025 gilt. Sie ist aber wohl schon seit
1. Januar 2025 in Kraft, wobei die Tarife im Winter niedriger sind.
Hier die Tarife: https://newsgtp.th.staging.generation-y.net/2025/01/07/climate-resilience-fee-rates-increase-for-greek-hotels-short-term-rentals/
23. Februar 2025
Der nächste Teil von Topos Documentary widmet sich Schinoussa (danke für den Hinweis, Dennis!):
12. Februar 2025
Seit Anfang Februar 2025 ist die Gegend rund um den Unterwasservulkan Kolumbos zwischen Santorini und Amorgos seismisch sehr aktiv. Tausende von Erdbeben haben seither
stattgefunden, das stärkste mit 5,3 auf der Richterskala. Zum Glück halten sich die Schäden in Grenzen.
Ein großer Teil der Bevölkerung Santorinis hat die Insel verlassen während die Bewohner der Nachbarinseln Ios, Amorgos, Anafi und Iraklia geblieben sind. Auf Santorini und später auf Amorgos
wurde der Ausnahmezustand ausgerufen. Schulen sind geschlossen, der Katastrophenschutz ist auf Santorin einsatzbereit. Premierminister Mitsotakis will unbedingt zeigen, dass er Katastrophe
kann (er und sein Vater gelten als Unglücksbringer für Griechenland solange sie an der Regierung sind), und kann gleichzeitig etwas von der Aufarbeitung des Zugunglückes von Tempi von vor zwei
Jahren ablenken. Zum Glück halten sich die Schäden in Grenzen.
Weil Santorini eine extrem populäres Reiseziel und weltweit DAS Sinnbild für Urlaub in Griechenland ist, überschlagen sich die Medien im In- und Ausland. Und wer glaubt, dass nur die deutsche Medien übertreiben, kennt die griechischen schlecht. "Bad news are good news" gilt überall, und oft wird die Lust am Zeichnen von Unglücksszenarien nur notdürftig vom Mäntelchen der Anteilnahme kaschiert. Und wie seinerzeit zu Coronazeiten wachsen überall die selbsternannten Experten aus dem Boden.
Allen bleibt aber nichts anderes übrig als abzuwarten was passiert: Kommt das Hauptbeben noch, und wenn ja, wie groß wird es sein? Oder verteilt sich die Spannung der tektonischen Gesteinsplatten durch die kleineren Beben und das große Beben bleibt aus? Niemand kann das sagen, ein Zustand, der für viele kaum erträglich ist. Zu recht bei den Betroffenen, bei den anderen übewiegt eher die Schaulust. Weshalb ich auch erst jetzt und mit einem kurzen Text auf das Geschehen eingehe.
Gleichzeitig steigt der Druck, da Santorin im Februar kaum Tourismus hat (man stelle sich das aktuelle Szenario im Sommer vor...), aber die Saison näher rückt. Jetzt wird gebucht. Oder eben auch
nicht. Ein touristischer Totalausfall der Saison 2025 versus einem starken Erdbeben mit weitreichenden Folgen - wer mag da abwägen?
Der Seismologe Akis Tselentis trat vorgestern aus dem nationalen Ausschuss für seismische Risikobewertung zurück, da er sich
nicht dem von Politikern verbreiteten Narrativ einer angeblichen seismischen Rezession und der Verbesserung der Lage zugunsten des Tourismus unterwerfen wollte. Für ihn stehen
Menschenleben weit höher als jeglicher Profit.
Erstaunlich, dass er das sagen muss...
Drei Links, eher sachlich:
https://www.vulkane.net/blogmobil/
5. Februar 2025
Herzlichen Dank an Dennis für den Hinweis in meinem Gästebuch auf die interessante Doku über Irakliá in der Serie 'Τόπος' Documentary.
Der
Film ist in Englisch untertitelt und dauert 95 Minuten, also nehmt euch Zeit für die wintergrüne Insel.
Für die wenigen Einwohner, die im Winter dort bleiben. Für den Wandel der Zeiten und des Wetters und die für Probleme, die dieser Wandel mit sich bringt. Und für die bemerkenswerten Philosophien
der Bewohner, die sich auch mal in Rage reden. Entschleunigend, nachdenklich, menschlich, sehenswert!
Regie, Dreharbeiten und Schnitt: Dimitris Palaiogiannis. Unterstützt von Eudaimonia Tourism Non Profit Organisation. Premiere war am 9. Januar 2025.
Weitere Teile der Serie sollen folgen - da bin ich gespannt.
1. Dezember 2024
Adventskalender
Sind Adventskalender mit Bildern noch zeitgemäß? Neulich sagte mir jemand, der es anscheinend zu wissen glaubt, dass niemand mehr über eine Homepage auf eine Website einsteigen würde. Nur noch zufällig über die Google-Suche. Ok, kann so sein, ich bin dann eben niemand. Außerdem liefe eh alles über Instagram und Tiktok, Homepages wären quasi Zeitverschwendung. Bei Instagram habe ich zwar inzwischen ein Konto (mehr zu Übungszwecken), aber verweigere die täglich Wichtigmacherei und Inhalte. Viel zu stressig.
Die 24 Bilder im Dezember müssen aber sein, auch wenn ich zuletzt deutlich zu wenig Zeit für meine Website hatte. Im Querformat und sich damit den Smartphones verweigernd, von denen inzwischen über 50 Prozent der Zugriffe erfolgen. Ist mir egal. Bin ich halt aus der Zeit gefallen.
Hier geht's lang: https://www.nissomanie.de/adventskalender/
Eine schöne Vorweihnachtszeit allen Besuchern dieser Website!
Und nicht vergessen: eigentlich war (und ist) der Advent Fastenzeit ...
17. Oktober 2024:
Tourismus über Alles
Niels Kadritzke hat in seinem Griechenland-Blog auf "Le Monde diplomatique" heute nach längerer Zeit wieder einen neuen Artikel veröffentlicht. Seine Texte sind immer lang und
ausführlich, und fundiert in ihrer Kenntnis der griechischen Verhältnisse und Politik. Nichts um es mal eben so wegzulesen, und Urlaubsstimmung kommt auch nur selten auf. Aber immer
erkenntnisreich wenn man sich tiefer für Griechenland jenseits von Strand, Sonne und Meer interessiert. Wobei das dann doch wieder passt, denn in seinem neuen Artikel hat er sich des Themas
(Über-)Tourismus mit vielen seiner Auswüchse angenommen, vor allem auf unseren geliebten Kykladen.
Stimmt nicht gerade hoffnungsvoll allerdings, aber trotzdem sage ich herzlichen Dank, Herr Kadritzke!
24. September 2024:
Anfang Oktober zeigt der NDR spätabends die achtteilige Miniserie "So long, Marianne". Es geht, natürlich, um die Liebesgeschichte zwischen Leonard Cohen und der Norwegerin Marianne Ihlen, die ihren Anfang im Jahr 1959 auf der Insel Hydra hatte.
Dort wurden viele Teile der internationalen Serie auch gedreht. Interessanterweise hat man wenig am modernen Hydra in die damalige Zeit zurückversetzt, nur entsprechende Ansichten und Ausschnitte gewählt (und natürlich abgesperrt und wohl im Winter gedreht). Aber dank der strengen baulichen Schutzmaß-nahmen hat sich vielleicht dort auch rein optisch weniger geändert als anderswo.
Die Sendetermine sind mitten in der Nacht in zwei Blöcken:
2. Oktober, 23.30 Uhr, Folgen 1-4, 9. Oktober, 23.30 Uhr, Folgen 5-8, aber die Serie ist in der ARD-Mediathek anrufbar: https://www.ardmediathek.de/serie/so-long-marianne/staffel-1/Y3JpZDovL25kci5kZS81MDI0/1
Macht Fernweh nach Hydra, der vielleicht schönsten Insel der Ägäis.
Hier noch etwas Hintergrundmaterial: https://story.ndr.de/so-long-marianne/index.html
17. September 2024:
Gestern hat die griechische Tourismusministerin Olga Kefalogiannis angekündigt, dass die sogenannte "Klimaabgabe" ab 1. Juni 2025 erhöht werden soll. Seit 2024 wird diese Abgabe auf Hotelzimmer und privat vermietete Studios und Zimmer erhoben, mit dem Klima hat sie meines Erachtens aber wenig zu tun.
Die Abgabe wird pro Zimmer und Nacht erhoben und ist für Hotels nach der Anzahl der Sterne gestaffelt.
Im Winter ist die Abgabe niedriger, während der Sommersaison (von April bis Oktober) sollen folgende Gebühren erhoben werden:
Ein- und Zwei-Sterne-Hotels: 2 € (bisher 1,50 €) pro Nacht und Zimmer
Drei-Sterne-Hotels: 5 € (bisher 3 €)
Vier-Sterne-Hotels: 10 € (bisher 7 €)
Fünf-Sterne-Hotels und Villen: 15 € (bisher 10 €)
Heftig ist die Erhöhung bei privaten Zimmern und Studios: Hier soll von bisher 1,50 Euro auf 8 Euro pro Nacht erhöht werden.
Damit möchte man vor allem der Umnutzung von langzeitvermieteten Wohnungen in kurzzeitvermietete Urlauberquartiere beikommen. Ob das aber nun auch die Großzahl von privaten Zimmern und Studios
auf z.B. griechischen Inseln betrifft, ist mir noch nicht klar. Gerade auf den griechischen Inseln werden viele Quartiere traditionell von privat vermietet, waren auch nie dauerhaft vermietet.
Ein weiterer Zuschlag von 6,50 pro Nacht wäre da schon heftig, gerade für Alleinreisende wie mich. Dabei ist Urlauben in Griechenland eh schon ganz schön teuer geworden (siehe mein Posting vom
13. Mai 2024 unten) ....
Oder soll ich darauf hoffen, dass die Vermieter illegal vermieten? Belege brauche ich keine. ;-)
Ich hoffe mal lieber, dass (gerade in Griechenland) das alles nicht so heiß gegessen wie gekocht wird. Oder sich noch sinnvoll klärt.
7. September 2024:
Jazz aus Griechenland heute in der Hörsendung "Jazz global" auf SWR Kultur.
Kann hier nachgehört werden, Dauer 55 Minuten.
https://www.swr.de/swrkultur/musik-klassik/jazz-global-griechenland-musikstunde-2024-09-07-100.html
6. September 2024
Nach 40 Jahren auf den Brücken der Skopelitis-Fähren ist Kapitan Giannis Fostieris Anfang September in Ruhestand gegangen. Eine Ära geht damit zu Ende. Auch bei Wind und Wellen hat er die kleinen Kykladen und Amorgos an Naxos angebunden, hat mal den Retter und mal den Helden gespielt, wie diese Doku von 2012 auf youtube zeigt: https://youtu.be/ZxrL_gd9lx0
Mir persönlich ist ja vor allem ein Mittag vor vielen Jahren im Hafen von Naxos in Erinnerung, als die Fähre nicht ablegen konnte, weil der Kapitän fehlte. Ein Bote mit dem Moped wurde ausgeschickt, und schließlich kam der Kapitän im Seemannsgang über den Anleger geschwankt, und die Fahrt konnte mit zwanzig Minuten Verspätung (da lacht der Bahnkunde) losgehen. Eine vertrauensbildende Maßnahme war das nicht gerade, aber mich hat er trotzdem (oder gerade deshalb?) immer sicher ans Ziel gebracht.
Das Steuer der "Express Skopelitis" wird mit Dimitris Skopelitis die dritte Skopelitis-Generation übernehmen.
19. August 2024
Wer denkt, rasante Verdrängung und Veränderung durch touristische Umnutzungen wäre nur ein Problem von sehr touristischen oder kleinen Inseln wie Santorin, Paros, Naxos und Koufonisi, der irrt. Auch auf Syros entwickelt sich viele Orte zum Nachteil der ständigen Bewohner. Läden und typische Tavernen weichen Cocktailbars und Fusion-Restaurants. Die Nahversorgung und die Stammtavernen geht vor die Hunde.
"Im Sommer überfüllt, im Winter tot" lautet der Titel eines aktuellen Artikel auf Ekathimerini über Syros. Auf Englisch, aber lesenswert:
https://www.ekathimerini.com/leisure/destinations/1246493/syros-crowded-in-summer-dead-in-winter/
30. Juli 2024
Kleiner Nachtrag zum Thema olympischen Spiele: Eine interessante Hörsendung (19 Minuten) von Rodothea Seralidou vom 12. Juli 2024 im Deutschlandfunk.
Thema: "Olympia in Athen - Was aus dem Erbe der Spiele vor 20 Jahren wurde."
25. Juli 2024
Die Olympischen Spiele in Paris beginnen morgen. Da wird dann unweigerlich wieder von der "Olympiade" die Rede sein. Allerdings handelte es bei einer Olympiade ursprünglich, also in der Antike, um den vierjährigen Zeitraum zwischen den Spielen, und eben nicht die Spiele selbst. So wie ein "Olympionike" auch nicht einfach ein Teilnehmer der Spiele war, sondern nur ein Sieger. Nike ist die antike Sieggöttin (und war Namensinspiration für einen amerikanische Sportartikelhersteller).
Wenn genug Leute etwas falsch gebrauchen, wird es (oft) irgendwann richtig. Macht auch der Duden.
So steht der Ausdruck "Amphitheater" heute für ein dachloses Theater mit stufenförmigen Rängen, bestenfalls halb- oder dreiviertelrund. In der Antike war ein Amphitheater ausschließlich ein dachloses, aber geschlossenes, also rundes oder ovales Theater: „amphitheatros“ bedeutete etwa „ein doppeltes Theater“ oder „rundum von Sitzen umgeben“. Und es diente bei den Römern - erst diese haben es erfunden - zunächst vor allem blutigen Kampfspielen. Insofern schmerzt mich der Gebrauch im Kombination mit schönen Künsten und griechischen Landschaften, und ich zucke zusammen, wenn ich wieder von "amphitheatralischem" lese.
So, Klugschei...er-Modus aus. :-)
24. Juli 2024
Chronia polla dimokratía! Griechenland feiert 50 Jahre Demokratie.
Vor 50 Jahren sorgte die Zypernkrise für den Sturz der griechischen Junta, die sich 1967 an die Macht geputscht hatte. Am 23. Juli 1974 übergaben die Obristen die Macht an eine zivile Regierung.
Einen Tag später, am 24. Juli, kehrte der frühere Ministerpräsident Konstantin Karamanlis aus dem französischen Exil zurück.
Ein Artikel der Deutschen Welle dazu, und ein Podcast im Deutschlandfunk.
12. Juli 2024
Immer mehr griechische Inseln melden Wassernotstand. Nachdem es im Winter das dritte Jahr in Folge vielerorts kaum oder viel zu wenig geregnet hat, sind nicht nur die tradionell trockenen Insel der Südägäis betroffen, sondern auch Inseln mit eigentlich genug Wasser wie Naxos, Andros oder sogar die Ionischen Inseln. Die Reservoirs sind leer. Nicht nur weil es zu wenig regnet, auch weil der Verbrauch ständig steigt. Und die Spitze der Hochsaison und des Wasserverbrauches steht erst noch an. Wie will man Touristen, die 300 Euro und mehr pro Nacht für ein Studio bezahlen, erklären, dass sie Wasser sparen und nicht dreimal am Tag duschen sollen? Dass es nicht jeden Tag Berge frischer Handtücher braucht? Von den Pools, die überall aus dem Boden geschlossen sind und es immer noch tun, ganz zu schweigen?
Also müssen nur die Einheimische sparen, für die zahlenden Gäste. Schließlich ist der Tourismus Griechenlands Schwerindustrie Nummer 1. Keine gute Situation, und nur eine Frage der Zeit bis es Situationen wie auf Mallorca oder in Barcelona kommt, wo die Ortsansässigen sich gegen zu viele Gäste zu wehren beginnen, die ihr Leben zunehmend erschweren. Und mit Gäste meine ich hier explizit auch innergriechische Touristen, nicht nur ausländische.
Es ist ja nicht nur das Wasser, es sind auch die steigenden Mieten durch private Wohnungsververmietung. Wenn man überhaupt noch eine Wohnung findet. Dazu die steigenden Preise überall: Strom, Lebensmittel, Fähren. Bald gibt es Griechenland nur noch für Besserverdiener. Was durchaus in die Vorstellungen der Mitsotakis-Regierung zu passen scheint: große Hotelanlagen im Luxussegment dürfen und sollen gemäß Tourismuskonzept (ja, das soll es geben, tatsächlich) auch zukünftig gerne noch gebaut werden.
Und nach der Natur fragt schon gleich gar keiner mehr. Elend!
31. Mai 2024
Eine interessante Doku entdeckt:
Griechenlands vergessene Dörfer | Auf den Spuren deutsch-griechischer Geschichte im 2. Weltkrieg.
Auf dieser Motorradreise durch die nordgriechischen Berge erzählt Alex Milz die Geschichte von vier Dörfern, die im 2. Weltkrieg von deutschen Wehrmachtstruppen im Zuge der Partisanenbekämpfung brutal überfallen wurden. Leider keine Einzelfälle, denn ganz Griechenland war vom Terror der deutschen Besatzer betroffen. Ein dunkles Kapitel deutsch-griechischer Geschichte, dass nach wie vor nur wenigen bekannt ist.
Zur Doku (Dauer 48 Minuten) hier: https://www.youtube.com/watch?v=bpyJ-prVzN8
27. Mai 2024
Der griechische Staat hat nach der letztjährigen "Handtuchbewegung" für dieses Jahr die kommerzielle Strandnutzung stärker reglementiert. So müssen 70 Prozent der Strände frei von Sonnenliegen und -Sonnenschirmen sein, in Natura-2000-Gebieten sogar 85 Prozent. Zwischen Ufer und Sonnenliegen müssen mindestens 4 Meter Abstand frei bleiben. In 198* Stränden in Natura-2000-Gebieten wurden die kommerzielle Nutzung komplett untersagt, darunter die populäre Lagune von Balos auf Kreta. Bravo, aber natürlich regt sich schon der Widerstand der Tourismusunternehmer.
Kontrollieren und ggf. melden sollen das die Bürger über die App MyCoast, in der die offiziell genutzten Strände eingetragen sind. Bei Verstössen drohen hohe Strafen ab 2.000 bis 60.000 Euro.
Die App (bislang nur auf Griechisch verfügbar) habe ich mir mal heruntergeladen und ein wenig herumgestöbert. Sehr interessant!
* am 28. Juni 2024 wurden weitere 40 Strände hinzugefügt, es sind jetzt 238.
Die komplette
Liste auf Griechisch hier.
13. Mai 2024
Seit gut zwei Wochen bin ich jetzt in Griechenland unterwegs. Zuerst auf Kreta, dann auf den Kykladen.
Was mir auf Milos, Naxos und Tinos auffällt, ist die heftige Veränderung der Preise im Vergleich zum Vorjahr. Sowohl für das Zimmer auf Naxos als auch für den Mietwagen fallen
zehn Euro mehr pro Tag an als im Mai letzten Jahres (bei gleichem Anbieter).
Für den Kaffee (Nes oder Filter) bezahle ich an der Paralia von Naxos mindestens vier Euro, für den O-Saft fünf. Auch das Essen ist natürlich teurer geworden, und das Benzin.
Trotzdem ist auf den Inseln schon ganz schön viel los, und es wird immer internationaler. Viele Amerikaner sind da, aber auch Australier. Mit Ferienende (Osterferien) sind aber gestern viele
Griechen abgereist.
Daran, dass beim Bezahlen immer erst die Rückfrage „Cash or card?“ kommt, muss ich mich auch noch gewöhnen. Aber vielleicht tut das Bezahlen mit Karte weniger weh…. :-)
12. April 2024
Im griechischen Fernsehen ist gerade die zweite Staffel der Serie Νησιά στην Άκρη - Islands on the edge gelaufen. In dieser Staffel, gedreht 2023, werden die Inseln Schinousa,
Iraklia, Giali, Donousa, Kato und Ano Koufonisi sowie Chalki und Antikythira besucht und vorgestellt.
Die einzelnen Teile sind knapp 30 Minuten lang und zeigen das Alltagsleben einiger Protagonisten auf den Inseln. Bisher gibt es noch keine englische Untertitelung (kommt sicher noch), aber die
Sendungen sind für Nissomanen trotzdem sehenswert.
Man muss sich bei ERTflix kostenlos registrieren um die Serie - auch Staffel 1 ist noch online - sehen zu können. ->> https://www.ertflix.gr/en/series/ser.219380-nesia-sten-akre
Die Staffel 1 von 2022 zeigte Telendos, Pserimos, Arki, Psara, Saria, Mathraki, Thymena und Ai Stratis.
8. April 2024
Gerade ist das neue Heft der Zeitschrift neaFoni herausgekommen. Die Zeitschrift erscheint zweimal im Jahr, kostet im Abo 15,80 EUR und kann hier abonniert werden.
Das aktuelle neaFoni-Heft widmet sich auf 108 Seiten (Doppelausgabe!) der größten griechischen Insel Kreta. Schwerpunkt sind die Fotos, aber es gibt auch zahlreiche Kurztexte zu
einzelnen Orten und zur kretischen Kultur, etwa über die Musik und Tänze.
Wer mal einen Blick hinein werfen möchte, kann das PDF unten anklicken. Das Heft soll auch im Buchhandel erscheinen und kostet dann voraussichtlich 15,80 EUR. Wer die Zeitschrift jetzt abonniert,
bekommt zu diesem Preis das nächste Heft "Zagori" quasi gratis mit dazu.
Gelegentlich habe ich für neaFoni schon Texte dafür geschrieben oder Fotos beigesteuert. Das habe ich nicht gemacht, weil ich damit etwas verdienen würde (tue ich nicht - es gibt kein Honorar), sondern weil hier ausgezeichnete Fotografen und Kenner am Werk sind, und weil ich den Ansatz des Heftes gut finde und unterstützen möchte. Ruhm und Ehre möchte ich natürlich auch. ;-)
Zu neaFoni gehört die Fotoplattform fotopedia. Klickt mal rein - es ist unglaublich, was hier alles an Bildern und Artikeln zu finden ist. Allerdings sind dort nicht alle neaFoni-Artikel veröffentlicht - manches gibt es eben nur für Abonnenten. Zu einigen meiner älteren Bildern und Texten geht es hier.
31. März 2024
Kennst du die halbwilden Pferde auf Patmos? Den greisen Abt Theophilos des Klosters Chozoviotissa auf Amorgos? Die Insel Andres? Die uralten Fähren der Ägäis? Die fünf Fährstunden vom Festland entfernte Insel Samothraki? Oder die einsame Insel Lipsi mit einem kleinen Hafen an einem winzigen Dorf und nur einer Taverne? Abends wird dort der Generator abgeschaltet und die ganze Insel auf einen Schlag dunkel. Was egal ist, weil der Wirt Sirtaki tanzt, der Ouzo in Strömen fließt und Gläser an die Wand fliegen.
Die Fernsehzeitschrift TV Hören und Sehen zeichnet sich selten durch journalistische Meisterleistungen aus, was den Lesern aber vermutlich egal ist. Ich gehöre normalerweise nicht dazu, aber jemand hat mich auf den hanebüchenen Artikel in Heft 12/24 aufmerksam gemacht. Dieser muss entweder mindestens 30 Jahre alt sein, oder frei erfunden. Dass KI am Werk gewesen sein könnte, glaube ich nicht - so einen Schwachsinn kann nicht mal die verzapfen.
Eigentlich müsste die Griechische Tourismusorganisation EOT TV Hören und Sehen wegen Rufschädigung verklagen...