Zur Kapelle auf dem Felsen

Der morgendliche Blick aus dem Fenster zeigt: endlich ist das Wetter so wie es sein soll. Blauer Himmel und keine Wolke zu sehen. Die Dachterrasse ist auch aufgeräumt, und so kann ich dort frühstücken. Über den Dächern von Skopelos - herrlich!

Es taucht sogar noch ein anderer Pensionsgast auf, der netterweise gleich seinen vollen, die Luft verpestenden Aschenbecher leert. Und die unvermeidliche Katze gibt es auch.

Nach dem Frühstück geht es, ausgerüstet mit Wanderschuhen und Badezeug (heute ist der siebte Urlaubstag, und ich habe immer noch nicht im Meer gebadet) zum vom Reiseführer empfohlenen Autoverleiher an der Einfallsstraße. Der hat aber keinen Kleinwagen mehr im Angebot - die sind alle schon abgemeldet oder ausgeliehen. Mit dem Jimny oder einem Van kann ich mich dagegen nicht anfreunden, nicht nur wegen der höheren Kosten. Zum Glück ist nur wenige Meter weiter noch ein Verleiher, Magic Cars. Dort bekomme ich für 30 Euro für einen Tag einen Peugeot 207 mit gefahrenen 8.000 Kilometern. Ich werde 83 Kilometer hinzufügen, tanke für zehn Euro bei einem Benzinpreis von fast zwei Euro. Heftig! Schnell lade ich Badezeug und Wanderschuhe in den Kofferraum und mache mich auf meine Inseltour.

 

Zuerst möchte ich nach Stafylos.

Die Stichstraße endet etwas abrupt, rückwärts parke ich den Wagen ein und gehe die Stufen hinab zum Strand. Ein breiter Kiesstrand, eingefasst von kiefergekrönten Felsen. Das Wasser wunderbar blau. Aber irgendwie ist es ein andere Farbton als in der Südägäis. Kühler, oder herbstlicher?

 

Zwei oder drei Badegäste verlieren sich am Strand, während eine Handvoll Männer dabei ist, die touristische Infrastruktur für den Winter abzubauen und einzumotten. Wer Stafylos also ohne Schirme und Liegen erleben will, muss nach dem 1. Oktober kommen. Es ist mir noch zu früh für ein Bad, außerdem werde ich heute noch eine Menge Strände sehen.

Nach der ausgiebigen Ortsbesichtigung also wieder zurück zum Auto, nächste Bucht, nächster Strand.

Ich bin kein Freund von Musicals, und auch kein Freund von ABBA. In meiner Jugend galt es als höchst uncool, Musik von ABBA zu hören oder gar gut zu finden. Unsere hochgeschätzte und sehr junge Englischlehrerin hatte sich unvorsichtigerweise mal geoutet, die Musik des Quartettes zu mögen. Nur ihrem hohen Ansehen hatte sie es zu verdanken, dass wir sie trotzdem noch ernst nahmen. Aber die Ohrwürmer der Popgruppe hatten sich natürlich trotzdem in die Gehörgänge geschlichen, und als Jahrzehnte später eine Freundin vorschlug, zusammen ins Kino in den Mamma-Mia-Film zu gehen, sagte ich nicht nein. Und hatte meinen Spaß an den bunten Bildern und den peppigen Hits. Die Handlung? Na ja, besser Schwamm drüber, gerade als Griechenlandfreund. Musical halt, nicht reale Welt. Dass ich daraufhin Lust auf Skopelos bekommen hätte, kann ich nicht sagen. Auch bei diversen Wiederholung im Fernsehen haben sich mir nie einzelne Plätze so eingeprägt, dass ich sie besuchen wollte. Außer natürlich der Kapelle auf dem Felsen, Agios Ioannis sto Kastri. Die muss ich sehen! Hätte ich aber auch ohne Mamma-Mia gewollt. Pierce Brosnan würde nicht da sein, fürchte ich, und Colin Firth auch nicht ...

Man möge es mir also bitte nachsehen, wenn ich keine Ahnung habe, welche Szene an welchem Strand oder an welchem Ort gedreht wurde. Irgendwie sieht das filmmäßig geglättet auch alles gleich aus.... ;-)

 

Grün eingefasst ist auch Agnóntas, mein nächster Stopp. Die Bucht ist enger, grüner, der Strand klein, eine oder zwei Tavernen, in denen man am Putzen ist. Fast so was wie ein Ort im Hinterland. Auf dem Wasser schwimmen ein paar Bötchen bei zwei Holzstegen. Ich glaube, es ist das Grün der Kiefern (nicht Pinien!), das sich auf der Oberfläche spiegelt, das dem Meer hier so einen anderen, ungewohnten Farbton verleiht.

 

Jetzt ist es ziemlich idyllisch hier, und still. Vielleicht haben die Tavernen am Abend geöffnet, oder am Wochenende, die Stühle sind noch nicht weggeräumt. Aber jetzt bin ich die einzige Touristin, fühle mich etwas verloren.

Links der Bucht der Betonanleger, an dem die Fähren halten wenn der Wind für Skopelos-Stadt ungünstig steht. Dann wird es hier bestimmt eng.

Hinter Agnontas zweigt die Straße nach Limnonari ab, und das soll ein richtig schöner Strand sein. Sieht auch gut aus, trotz der noch vorhandenen Sonnenschirme und -liegen. Badelust kommt auf. Es hat auch reichlich Badegäste, die sich aber gut verteilen. Eine Taverne und eine größere Ferienanlage daneben sind aber schon geschlossen, wobei in der Taverne noch gewerkelt wird.

 

Als ich meine Badesachen aus dem Kofferraum holen will, funktioniert die Zentralverriegelung plötzlich nicht, der Kofferraum bleibt verschlossen. Mist! Die Kofferraumabdeckung krieg ich auch nicht raus, kann aber schließlich einen Teil des Rücksitzes vorklappen und meine Sachen aus dem Kofferraum angeln. Wie ich aus dem Auto wieder auftauche, wird vor mir ein Motorroller abgestellt: und natürlich sind es Ingeborg und Arno. Wie verabredet. :-) Sie finden es aber noch zu früh für ein Bad, und fahren nach ausgiebiger Strandbesichtigung weiter. Im Gegensatz zu mir, die ich nun endlich meine persönliche Herbst-Badesaison eröffnen kann. Das Wasser hat noch erstaunliche 22 Grad, hätte ich nach dem Sturm nicht gedacht. Man muss etwas aufpassen, weil es im Wasser ein paar Felsenplatten hat, aber es ist trotzdem herrlich.

Weil ich noch ein paar Besichtigungsziele vor mir habe, halte ich mich aber nicht lange hier auf. Es ist inzwischen schon zwölf Uhr vorbei.

 

Den nächsten Küstenort ist Panormos, er scheint etwas größer zu sein. Ich mache nur einen Fotostopp, am Strand ist noch Badebetrieb, ebenso wie an den Stränden von Milia und Kastani, die ein ganzes Stück unterhalb der Straße hinter dichtem Wald liegen und die ich kurz darauf passiere. Es gibt jeweils eine Straße hinab. Geschrei klingt herauf, Badespaß.

Mein Ziel ist Glossa, wo ich angesichts der Mittagszeit auf eine geöffnete Taverne hoffe.

Glossa, mit fast tausend Einwohnern der zweigrößte Ort der Insel, liegt schon von der Ferne aus gut erkennbar am Hang über dem Hafen von Loutraki auf einer Höhe von zweihundert Metern. Weiße Häuser mit roten Dächern, schmuck.

Die Ortsdurchfahrt ist ziemlich zugeparkt, ich wende und bekomme am oberen Ortseingang noch ein legalen Parkplatz. Eine große Kirche überragt einen Platz, das Restaurant "Iliovasilema" dort ist geschlossen. Also wende ich mich dem der eigentliche Ort zu, in den vom Platz aus eine Straße hineinführt. Sieht alles recht freundlich und belebt aus hier. Kein saisonal ausgestorbener Touristenort, überall sind Handwerker tätig. Nur mit den Tavernen hab ich Pech: das "Agnanti" ist ebenso zu wie die gegenüberliegende Grillstube. Treppauf zur oberen Kirche Kinisi Theotokou - auch da oben ist alles zu, nicht mal ein Café offen. Das ist wirklich schade, hätte ich nicht gedacht. Vielleicht ist es am Abend anders.

Gelegentlich treffe ich andere Touristen, die auch auf der Suche zu sein scheinen. Oder nur herumbummeln.

 

Viele Häuser sind sehr gepflegt mit ihren roten Ziegeldächer und den vorspringenden Balkonen. Im Gegensatz zu den Kykladen ist hier die Hauptfarbe ist rot, nicht blau. Gefällt mir, mal was anderes.

Natürlich ist auch das volkskundliche Museum geschlossen, ich hatte es nicht anders erwartet.

 

Von einer Aussichtsterrasse hat man einen guten Blick entlang der bewaldeten Küste und hinüber Richtung Skiathos. Und runter nach Glossa. Da wäre mir schon warm geworden beim Aufstieg. Vielleicht hatte der Regen ja auch was gutes? Soll ich da jetzt runterfahren um etwas essbares zu finden? Besser, ich kaufe mir gegen den gröbsten Hunger beim Bäcker eine Pitta und Wasser, und fahre dann zur Mamma-Mia-Kapelle ehe die Sonne an der Ostküste weg ist.

Gesagt, getan. Die Straße an die Ostküste biegt östlich von Glossa von der Hauptstraße ab und kurvt in fünf Kilometern durch schöne Landschaft hinab zur Kapelle. Ich hatte die Wanderung erwogen, aber mir war von Skopelos-Kennern abgeraten worden: da würde man ständig von Mietwagenfahrern überholt werden, und so schön wäre das dann auch nicht. Und weil hin und zurück doch immerhin zehn Kilometer sind, und das nicht mal eben zwischen Mittagsessen und Kaffee passt, bin ich ganz froh an meinem motorisierten Untersatz.

 

Die Straße ist eng und hat ein paar Löcher (Schäuble was here), aber schon von weitem sieht man die Kapelle auf dem Felsen. So vor dem blaugrauen Meer sieht das aus wie eine chinesische Malerei. Fehlen nur ein paar Blüten, vielleicht können die omnipräsenten Veilchen aushelfen.

Am Ende der Straße unten angekommen, sind gar nicht so viele Autos da wie befürchtet, nur zwei oder drei. Gut, denn viele Parkplätze hat es nicht. Aber die Beiden auf dem Motorroller, das sind doch? Genau: Arno und Ingeborg. Skopelos ist irgendwie kleiner als gedacht. Wir grinsen uns an, ehe wir uns der Hauptattraktion der Insel widmen: der Kapelle auf dem Felsen in etwa fünfzig Meter Höhe, Agios Ioannis sto Kastri.

Sieht schon beeindruckend aus, der kegelförmigen Felsen, an dessen unterem Ende die Stufen gut zu erkennen sind, die auf die Plattform mit der Kapelle führen. Zweihundert genau sollen es hinauf sein, ich werde sie nicht nachzählen. Irgendwie ein Berg wie aus dem Märchen (nein, nicht aus dem Musical), ein Zauberberg(chen), oder so.

 

Nach der ersten Fotografierwut geht es dann auf den Berg. Für den Film (gedreht wurde wohl 2007) wurden die Stufen erneuert, und es gibt ein Geländer, das sehr prosaisch daherkommt. Aber das konnte man ja gut tarnen, da die Handlung am Abend spielt (hier eine Filmsequenz ). Oder es wurde wegen der danach einsetzenden Besucher-Flut später angelegt - ein paar der Treppen sind schon ordentlich steil, schmal und ausgesetzt, und Meldungen über abgestürzte ABBA-Fans wären schlecht fürs Tourismusgeschäft.

 

Mir gefallen die Schieferfelsen, die das Ufer und den Berg bilden. Die Sonne versteckt sich leider hinter einem Wolkenschleier, was das Meer kühl und etwas bedrohlich wirken lässt. Tja, wir sind hier halt nicht auf den Inseln des Lichtes.

In fünf Minuten ist der Felsen erklommen. Die Kapelle oben ist dann eher unspektakulär. Sie scheint neueren Datums zu sein, ist aber geöffnet. Kerzen anzünden für den heiligen Mamma-Mias (kleiner Kalauer - natürlich ist die Kirche Johannes dem Täufer geweiht) in dem wassergefüllten Becken links. Und trotz des Wassers wieder löschen ehe man die Kirche verlässt - der Appell gegen die Brandgefahr ist aber nur auf Griechisch.

Draußen befindet sich neben der Kirche eine Zisterne mit Pumpe, aber das spektakulärste ist die Aussicht. Die felsig-grüne Küste und in der Ferne Alonnisos über seine ganze Breite.

Und die Zufahrtsstraße, über der ein dreistöckiges Wohnhaus thront. Wie die Erbauer wohl an die Baugenehmigung gekommen sind? Diente die Kapelle dahinter als Alibi? Ärgerlich, denn das Haus ist definitiv neueren Datums.

Unter einem ausladenden Olivenbaum ist neben der Kapelle schön sitzen.

Ingeborg und Arno sind schon wieder abgestiegen, sie wollen noch zum kleinen Strand südlich des Felsens.

 

Ich folge ihnen später, eigentlich nur zum Fotografieren. Aber das Meer sieht so verlockend aus, eingefasst von den farbigen Schieferfelsen, da will ich doch auch rein. Herrlich, und auch hier noch 22 Grad warm.

Das Farbenspiel auf dem Meer ist wunderschön, ich glaube, ich finde das hier den schönsten Platz auf Skopelos bisher. Zumal außer uns niemand mehr hier ist.

Arno und Ingeborg meinen, die Snackbar am Parkplatz sei geöffnet, und sie würden dort etwas trinken. Aber als ich dort ankomme, ist sie zu, und die beiden sind weg. Es ist schon fast vier Uhr, einen Kaffee könnte ich gut brauchen. Die besten Chancen darauf hab ich im Inselnorden wohl in Loutraki, und so steuere ich den Mietwagen dorthin. Am Ufer haben das Restaurant und Café "Aramis" geöffnet, man sitzt nett dort, aber der bestellte und gelieferte Eiskaffee entspricht nicht so ganz meinen Erwartungen - kann sich nicht zwischen Frappé und klassischem Eiskaffee entscheiden und schmeckt so la la.

 

So, und jetzt? Wenn ich noch zu den Sentoukia-Gräbern will, dann muss ich mich wohl ranhalten: kurz nach sieben Uhr geht die Sonne unter. Ich will, kurve also die Straße nach Glossa wieder hoch, fahren dann auf der Straße nach Süden bis hinter Elios. Dort biegt eine Straße ins, wie überall hier, waldige Inselinnere ab, nach Osten. Sie ist breit ausgebaut, und es hat kaum Verkehr. Die überdimensionierte Kreuzung samt gutem Straßenzustand verführt mich dazu, zu glauben, ich könnte ein Stück des Weges zu den Gräbern mit dem Auto zurücklegen, aber schon nach wenigen Metern hat die Straße große Löcher. Also zurück, und das Auto an der Kreuzung abstellen. Laut Karte sind es 1,6 Kilometer zu den Gräbern, die Hälfte auf der Piste (weiße Straße in meiner Terrain-Karte), die anderen Hälfte auf einem Fußweg. Es ist halb sechs, halbe Stunde hin, halbe zurück, Viertelstunde dort - müsste also zu schaffen sein.

 

Ich wechsle die Schuhe und presche los. Nach gerade mal drei Minuten kommt von hinten ein großer LKW. Bevor ich noch überlegen kann, wo der wohl hin will und ob ich den Daumen raushalten soll um mitzufahren, ist er auch schon vorbei. Tss, mitten im Wald auf Skopelos, und dann das.

Noch überraschter bin ich, als dann wenig später entlang der Piste eine ganze Reihe blau-weißer Bienenkästen steht. Sollen die fleißigen Insekten hier noch einen besonderen Honig produzieren? Und wie ist das überhaupt mit dem Kiefernhonig (nicht Pinienhonig, auch wenn es als solcher verkauft wird)? Der wird nicht aus Blütennektar hergestellt, sondern aus den Ausscheidungen von Läusen (Honigtau). Genauer: von Marchalina hellenica. Dass die Bäume auf diese Art und Weise von den Läusen angezapft werden, soll ihnen anscheinend nicht bekommen. Zumindest werden die weißen Krusten und das Absterben der Kiefern in der Sfakia auf Kreta von manchen auf den zu großen Honighunger zurückgeführt. Ich sehe hier aber keine entsprechend beschädigten Bäume, und vielleicht hat das dort doch eine andere Ursache.

 

Wie ich noch über Kiefernhonig und Läuse nachdenke, kommt mir der LKW von vorhin schon wieder entgegen. Er hat einige der Bienenstöcke aufgeladen und hält an zur Begutachtung weiterer. Die Insekten sollen wohl ins Winterquartier. Tja, auch für Honigproduzenten ist die Saison nun vorbei.

 

Kurz darauf staune ich wieder: mitten im Wald befindet sich ein Abstellplatz für LKW-Anhänger! Ein Sammelsurium von Tankwagen, Container und Baufahrzeugen unidentifizierbaren Zweckes und in gutem und weniger gutem Erhaltungszustand. Betonproduktion? Keine Ahnung, aber hier zweigt der Fußweg von der Straße ab.

Ein schmaler Weg führt durch den Wald, meist gut erkennbar oder mit Steinmännchen bezeichnet.

Er führt auf ein Felsenplateau, von dem man eine gute Sicht Richtung Osten hat. Hinter dem Plateau geht es dann wieder leicht bergab und nach einer guten halbe Stunde erreiche ich dann die sogenannten Sendoukia-Gräber. Drei (manche behaupten vier, aber ich sehe nur drei) in den Felsen gehauene rechteckige Grabkammern mit offene Steindeckeln. Ursprung und Datierung sind unbekannt, die Spekulation reicht von Jungsteinzeit bis frühchristlich. So am Hang gelegen, mit freier Sicht über Wald und Meer schon irgendwie ein mythischer Platz.

Mit der sinkenden Sonne um die Wette laufe ich zum Auto zurück und fahre weiter nach Osten, auf einer sich durch den Wald schlängelnden Straße. Wegweiser suggerieren Dörfer und befahrbare Straßen, es sind aber wohl nur Weiler und Pisten.

Nördlich von Skopelos-Stadt biege ich dann versehentlich eine Kreuzung zu früh nach rechts ab, und lande statt auf der Umgehungsstraße der Stadt auf einer, die mich Richtung Süden führt, weg von Skopelos. Ich lasse es geschehen, irgendwann werde ich schon wieder auf die Hauptstraße treffen, und hab so noch etwas mehr Eindrücke von der Natur der Insel. Allerdings dämmert es nun, und der Umweg zieht sich. Endlich kommt eine Hauptstraße, ich biege links ab und erreiche um Viertel nach sieben meinen Autoverleiher. Ich habe unterwegs immer wieder probiert, ob die Zentralverriegelung nun funktioniert, sie tat es nie. Nun, direkt vor der heimischen Garage, lassen sich Kofferraum und hintere Türen mit der Fernbedienung problemlos öffnen. Tsss! Ich sage es dem Verleiher trotzdem, und er scheint das Problem zu kennen, denn er winkt ab. Alles klar sonst, gutes Auto.

 

Zum Abendessen steht mir der Sinn heute nach Gegrilltem. Trotz der penetranten Bouzouki-Musik und dem Aufreißer vor dem Lokal lande ich bei "Stergios", wo ich eine gute Skordalia und ein tadelloses Kotopoulo-Souvlaki me rizi ke patates bekomme. 17 Euro werden dafür inklusive Wein und Wasser fällig, und tatsächlich - selten in Griechenland - gibt es hinterher noch einen Gratis-Ouzo aufs Haus. Skopelos ist touristisch voll erschlossen (oder soll ich sagen: versaut?).

 

Das war ein Tag voller Eindrücke. Morgen ist schon mein letzter Skopelos-Tag, da werde ich es ruhiger angehen lassen.