Alphabet für Inselhüpfer

   

Ägäis, die - gr. το Αιγαίο Πέλαγος.

 

Teil des Mittelmeeres, im Norden und Westen vom griechischen Festland begrenzt, im Osten von der Türkei, im Süden von Kreta (weshalb das libysche ->Meer - gerne auch falsch als lybisches Meer geschrieben – nicht mehr zur Ägäis gehört). Benannt nach Aigeos, dem Vater des Theseus, der sich aufgrund falsch gehisster Segel in das ->Meer bei Attika stürzte. Aufgrund der hohen Inseldichte Ziel der Sehnsucht des Inselspringers und –süchtigen, Heimat der berüchtigten ->Meltemia.


Agios Georgios, der - gr. ο Άγιος Γεώργιος.

 

Einer der wichtigsten Heiligen der orthodoxen Kirche, und zuständig für die Landwirte und die Armee. Somit quasi das Gegenstück zum Heiligen ->Nikolaos.

Der Drachentöter hat die antike Göttin Dimitra beerbt, und trägt die Erde = Gaia/Gäa im Namen. Sein Namenstag wird am 23. April gefeiert, sollte dieser in die Fastenzeit oder auf Ostern fallen, so wird am Ostermontag (lokal auch -dienstag) nachgefeiert.


blau gr. μπλε; γαλανός, -ή, -ός; γαλάζιος, -α, -ο

 

Blau ist die Farbe Griechenlands. Na, sagen wir: der ->Ägäis. Blau-->weiß ist die griechische Nationalflagge. Blau wie das ->Meer, blau wie der Himmel.  Blau wie die Kuppeln der Kapellen, blau wie die Tavernen->stühle, blau wie der Tourist nach dem fünften ->Ouzo.

Nur die Griechen, die sind nie blau. Zumindest nicht öffentlich.

 


Bougainvillea, die -

gr. η μπουκαμβίλια oder η βουκαμβίλια.

 

Aus Südamerika stammende Kletterpflanze, benannt nach dem französischen Seefahrer und Entdecker Louis Antoine de Bougainville. Mit der Leucht- und Farbkraft ihrer roten oder violetten Blüten sorgt sie für besondere optische Reize in den überwiegend ->weißen Gassen der ->Ägäis.

 


Bus, der gr. το λεωφορείο.

 

Mehr oder weniger zuverlässiges, meist einziges öffentliches Verkehrsmittel auf den Inseln. Busfahrpläne sind Glückssache, außerhalb der Saison stark ausgedünnt und finden sich beim Googlen unter "KTEL". Wenn man im Bus vom Flughafen sitzt, aus dem Radio ->Nissiotika kommen und die Sammlung von Heiligenbildchen, ->blauen Augen und Komboloi vorne hängen sieht, ist man in Griechenland angekommen.

 


Chora, die - auch Hora; gr. η χώρα.

 

Name des Hauptortes fast jeder Insel. Heißt eigentlich „Ort“, im Gegensatz zu χωριό/chorió = Dorf. Nicht zu verwechseln mit πόλη, der Stadt.

Liegt auf kleineren Inseln meist nicht an der Küste, sondern geschützt im Inselinneren (auf Amorgos deshalb gerne einen Kittel kälter als unten), und besticht oft durch malerische Architektur.

 


Dodekanissa, die -

gr. τα Δωδεκάνησα.

 

Inselgruppe der südöstlichen ->Ägäis (auch südliche Sporaden) mit ursprünglich zwölf (dodeka) Hauptinseln, darunter die bekannten Reiseziele Rhodos und Kos. Entgegen von Vorurteilen hartnäckiger Kykladenbesucher sind auch diese Inseln sehr inselspringgeeignet und bieten hübsche Dörfer, malerische Kapellen, sandige Strände und zahlreiche Wandermöglichkeiten. Besonders zu empfehlen sind Lipsi, Nisyros und Karpathos sowie das abgelegene Kastellorizo.

 


Elleniko, der - gr. ο ελληνικός (καφές)

 

Der griechische Kaffee ist klein und schwarz, aber sollte weder mit einem Espresso noch mit türkischem Kaffee verwechselt werden. Wobei er mit letzterem identisch ist. :-)

Das Kaffeepulver wird mit dem Wasser und Zucker nach Wunsch - sketo, metrio oder glyko - gekocht, der Satz wird mitserviert und manche Griechen können darin die Zukunft lesen. Gibt es auch doppelt (diplo), und ein Glas Wasser gehört unbedingt dazu.


Elliniká, das – gr. τα Ελληνικά.

 

Griechisch – keine leichte Sprache. Aber die Griechen erwarten auch nicht, dass man sie spricht und helfen gerne mit Englisch aus. Umso mehr freuen sie sich aber wenn man mehr als „danke“ (efcharistó), „bitte“ (parakaló), guten Tag (kaliméra) und Prost (->yámmas) kann. Und texten einen dann unerbittlich zu, dass man schnell nur noch Bahnhof (stathmós) versteht.

 


Esel, der - gr. ο γάιδαρος oder το γαϊδούρι.

 

Lange vom Aussterben bedrohtes Grau-, Last- und Arbeitstier (ersetzt durch Quads und Pick-Ups), das in Zeiten der ->Krise eine kleine Renaissance erlebt. In Touristendiensten noch  auf Santorin und Lindos/Rhodos anzutreffen, als unersetzbares Transportmittel auf dem autofreien Hydra, und in landwirtschaftlichen Diensten auf bäuerlich geprägten Inseln wie Kimolos, Chios und Sikinos.

 


Fava, die - gr. η φάβα.

 

Püree aus gelben Platt- oder Schälerbsen, das traditionell als Vorspeise warm mit Öl übergossen und Zwiebeln bestreut serviert wird. In seltenen Fällen auch kalt und geschnitten.

Typisches Gericht auf den trockenen Inseln der ->Ägäis wie Santorin, Amorgos, Folegandros oder Karpathos.

 


Fähre, die - gr. το πλοίο oder το φέριμποτ.

 

Unentbehrliches Transsportmittel zwischen den Inseln und zu den großen Häfen von ->Piräus, Lavrio, Rafina. In verschiedenen Größen mit entsprechendem Schaukelfaktor verfügbar, und in der hektischen Variante als Highspeed (χαϊσπιντ), Seajet, Flying Dolphin oder Flying Cat. Kann Kultstatus genießen (->Skopelitis), sich Rostlaube nennen oder nach den Frauen einer Reederfamilie heißen. Oder einfach von Blue Star sein – modern und schnell. Besonders bevorzugt sind entschleunigende Fähren, die einen zuverlässig in den Urlaubs-Modus transportieren, und Zick-Zack-Fähren, die auf ihrer Tour durch die ->Ägäis zwei Dutzend Häfen anlaufen und wundervolle Verbindungen möglich machen.

 


Frappé, der - gr. το φραπέ.

 

Erfrischendes Getränk aus Nescafé, Wasser, Eis, Milch und Zucker. Letztere drei Komponenten nach Gusto des Konsumenten: skéto = pur, ohne Zucker, métrio = mit etwas Zucker oder glykó = mit viel Zucker. Und me/choris gála = mit/ohne Milch, me/choris pago = mit/ohne Eis. Das Ganze wird mit viel Luft aufgeschäumt (und bestätigt das Vorurteil, dass Griechen die perfekten Schaumschläger sind).

Achtung – ganz schön stark! Frappé möbelt echt auf!

 


Frygana, die - gr. τα φρύγανα.

 

Trockenes, knie- bis schulterhohes Pflanzengestrüpp (auch Macchia), das sich einem beim Wandern gerne in den Weg stellt und die Waden attackiert. Besteht aus dornigen Gewächsen wie Thymian, buschigen Steineichen, Stechwinden, dorniger Bibernelle, Zistrosen und Wolfsmilchgewächsen. Dient als bevorzugter Futterplatz für ->Ziegen. Im Frühjahr blühend-duftend, im Herbst ocker-gold-braun-verbrannt.

 


greek salat, der - gr. η χωριάτικη σαλάτα

 

Tomate, Gurke, Oliven, Feta, Zwiebeln, Olivenöl - das ist die Pflicht. Kapern, Paprika, paximadi - das ist die Kür. Das Synonym für griechische Sommerküche, aber eigentlich ist er ein dörflicher bzw. ländlicher Salat. Ersetzt mit Brot eine volle Mahlzeit (aber nicht für drei Personen). Köstlicher schmecken Tomaten selten. Aber nur in Griechenland.


www.gtp.gr, greek travel pages

 

Unentbehrliche Internetseite für Insel- springer neben www.openseas.gr. Verzeichnet werden dort nicht nur die aktuellen und zukünftigen Fährverbindungen (->Fähre), man erhält auch Informationen zu Reisezielen, Übernachtungsquartieren, Fährgesellschaften und vieles mehr.

Vor Ort sehen griechische Reiseseiten manchmal ganz anders aus....

 


Hafen, der - gr. το λιμάνι.

 

Anlaufpunkt der ->Fähren, Start und Ziel jeder Schiffsreise. Kann ein Knotenpunkt sein wie auf Naxos oder Paros, dann gibt es auch „Gatter“ zum Kanalisieren der wartenden Reisenden, und Zimmervermieter, die einen erwarten/ bedrängen. Oder ein kleiner stiller Hafen, an dem nur kleine lokale Fähren anlegen und niemand wartet. Ticketbüros gibt es an allen, in den kleinen oft nur Kioske, die kurz vor Abfahrt der Fähren geöffnet haben.


Ikonostási, das gr. το εικονοστάσι, το προσκύνηταρι.

 

Bildstock oder Marterl - kleine Kapellen, die am Straßenrand stehen und Anstoß zum Gebet geben. Oft zeugen sie von einem überlebten oder auch nicht überlebten Unfall oder Unglück und jugendlicher Raserei. Zwingen konsequenter auf die Bremse als jede Geschwindigkeitsbegrenzung.

 


Ilías, Profitis der - gr. ο Προφήτης Ηλίας.

 

Prophet, nach dem auf den griechischen Inseln oft die höchsten Berge benannt und die Gipfelkapellen geweiht sind. Auf manchen Inseln gibt es auch mehrere Gipfel dieses Namens (auf Karpathos zum Beispiel gleich vier). Sein Namenstag ist am 20.Juli. Vermutlich ist Ilias ein christlicher Nachfahre des antiken Sonnengottes Helios (Ilios = Sonne) – wie dieser wird er gelegentlich mit einer Quadriga (Vierergespann, bei Helios der Sonnenwagen) dargestellt.

 


Iliovasílema, der – gr. το ηλιοβασίλεμα.

 

Nirgends ist der Sonnenuntergang so schön wie in der ->Ägäis, und nur echt mit dem griechischen Namen – Sunset klingt nach Kommerz.

Gerne und sehr erfolgreich vermarktet auf Santorin (Oia!!), Attika (Kap Sunion!) oder Kos (Zia). Als ob die Sonne anderswo nicht auch schön unterginge.… Am besten aber mit einem Ouzo in der Hand und ohne Massen. Und den Ort selber finden. Da braucht man nicht mal romantisch veranlagt sein. Ach ja: auch Tavernen heißen gerne so.

 


J, jot.

 

Ein Buchstabe, den es im Griechischen nicht gibt.

Dafür wird aber der griechische Buchstabe Gamma Γ wenn ein i oder e folgt wie „J“ ausgesprochen (und dann gerne fälschlich als Y transkribiert): zum Bespiel γιαούρτι - jiaúrti, Γερμανία – Jermanía, Γιώργος – Jórgos, Γιάννης – Jánnis, γιαγιά – jiajiá, γιαλός - jalós.

 


Kafenío, das gr. το  καφενείο.

 

Institution für Männer, in der die Einheimischen ihre Pausen oder ihren Feierabend mit Tavli- oder Kartenspielen, Fernsehen und Diskutieren, verbringen. Essenstechnisch sind dort nur Kleinigkeiten zum Getränk (Kaffee, ->Frappé, Bier, Wein, ->Ouzo) erhältlich. Frauen (Touristinnen), die sich dorthin verirren, werden nicht vertrieben, fühlen sich aber schnell unwohl oder werden ausgefragt. Vor der ->Krise gab es Kafenia für die großen Parteien (PASOK in grün, ND in ->blau). Keine Ahnung welche Farbe die Kafenia jetzt haben…

 


Kaíki, das - gr. το καΐκι. Plural τα καΐκια.

 

(Meist) hölzernes Fischerboot, gerne bunt angemalt und mit der griechischen Flagge bestückt. Ohne diese traditionellen Boote ist kein griechischer Hafen und kein Inselurlaub vollständig. Fischerei findet in Griechenland leider nur noch in kleinem, familiär-privatem Rahmen statt – die ->Ägäis ist völlig überfischt, und Fisch daher eher teuer.

 


Kapelle, die - gr. το παρεκκλήσι.

 

Auf den griechischen Inseln sehr zahlreich vorhanden. In der ->Ägäis gerne in ->Weiß verputzt und jedes Frühjahr frisch gekalkt. Stehen heute im Dienste moderner Tourismusklischees.

Es gibt Inseln, die so viele Kapellen wie Tage im Jahr haben. Auf diesen ist ein kirchenfreies Wandern nicht möglich. An den Namenstagen der Heiligen wird an den Kapellen ein Gottesdienst oder sogar ein Fest, ein ->Panigiri gefeiert.

Kapellen sind aus Angst vor Ikonendiebstahl leider oft abgeschlossen, manchmal führt das Suchen nach dem Schlüssel zu Erfolg. Die Glocken bitte nicht läuten!

 


Kástro, das - gr. το κάστρο.

 

Die Burg, die Festung, (die Ruine): befestigtes Gebäude- ensemble. Muss nicht immer eine Burg im klassischen Sinn sein. Speziell auf den Kykladen bezeichnet Kastro oft eine Wehrsiedlung oder einen geschlossenen Ortsteil, der sich nach außen mit hohen Mauern abgrenzt, nur ein oder zwei Tore nach außen, schmale Gassen und die Hauseingänge im oberen Stockwerk hat. Bot im Verteidigungsfall gute Abwehrmöglichkeiten und ist heute – je nach Erhaltungszustand – malerische Fotokulisse für Fotofans.

 


Katze, die - gr. η γάτα.

 

Ihr begegnet man auf den Inseln überall. Kommt selten im Singular, dafür häufig in Tavernen vor. Spekuliert auf Teile zu großer Essensportionen, was von den Wirten ungern gesehen wird und zu Fettflecken auf dem Boden führt. Vermehren sich meist unkontrolliert, aber nur die Harten überleben die nassen, kalten und touristenlosen Winter.

 


Kiosk, der gr. το περίπτερο.

 

Zu jeder Tages- und Nachtzeit geöffnet gibt es dort unentbehrliche Dinge wie Zigaretten, Kaugummi, Kekse, Taschentücher, Chips, Telefonkarten, Aspirin, Eis. Und Limo, Bier, Wasser – ohne Getränkekühlschrank ist kein Periptero vollständig. Hinter dem kleinen Fenster im Dunklen sitzt wirklich immer jemand auf gefühlten DIN A2.

 


Kykladenfieber, das - gr. ο κυκλαδικός πυρετός.

 

Symptom einer Krankheit, die durch zu viel Licht, Wind, Wellen und Griechen ausgelöst wird und durch Aufenthalte auf der entsprechenden Inselgruppe und das Schreiben darüber gelindert werden kann. Achtung: ansteckend!

Im Gegensatz zum Kreta-Virus unheilbar.

 


Krise, die - gr. η κρίση.

 

Das Dauerthema. Auch auf den griechischen Inseln zu spüren, aber nicht so stark wie in der Großstadt, von wo die Leute nun wieder verstärkt aufs Land und die Inseln ziehen. Denn hier sind die Lebenshaltungskosten niedriger, die Ansprüche geringer, der Zusammenhalt stärker. Der Tourismus ermöglicht auch mehr Einnahmequellen. Umso mehr sollte man sein Geld vor Ort ausgeben, damit es den Menschen dort zu Gute kommt. All-Inclusive und Pauschalreisen sind dazu eher nicht hilfreich.

 


Loukoumades, die -

gr. οι λουκουμάδες.

 

In heißem Fett ausgebackene kleine runde Hefekrapfen, die mit einer Honigsirup-Mischung übergossen und mit Zimt bestreut werden.

Besonders beliebt bei ->Panigiria, aber auch auf den Inseln, die den besten Honig haben (also fast alle). Schon zum bzw. als Frühstück.

 


Lyra, die - gr. η λύρα.

 

Kniegeige. Streichinstrument, das auf Kreta und Karpathos sehr beliebt und Teil der ->Nisiotika ist. Im Gegensatz zur pontischen Lyra hat die kretische Lyra traditionell drei Saiten. Die Lyra wird mit einem Bogen gestrichen, der auf der Insel Karpathos noch zusätzlich mit Glöckchen bestückt ist. Die Lyra ist DAS elementare Instrument Kretas und Teil der Inselidentität, große Lyraspieler wie Psarantonis, Ross Daly oder Nikos Xilouris genießen (auch nach ihrem Tod) Star-Status.

 


Monopáti, das - gr. το μονοπάτι.

 

Fußweg, übersetzt „nur einen Fuß(abdruck) breit“. Des Wanderers liebster Freund wenn das Monopati gepflegt und gut erhalten ist. Im Frühjahr häufig zugewachsen (->Frygana) und dornig sorgt die Suche nach dem richtigen Monopati oft für verkratzte Beine. Geht leicht in einen Ziegenweg (κατσικόδρομος) über und verliert sich dann entlang der verfallenden Terrassenmäuerchen.

Aufgrund der Verständnislosigkeit zahlreicher Inselbewohner und massiven Straßenbaus leider vom Aussterben bedroht.

 


Meltemi, der - gr. το μελτέμι. Plural τα μελτέμια.

 

In der ->Ägäis im Sommer vorherrschender Wind aus dem Norden (Nordwest bis Nordost), der spielend fünf bis acht Beaufort erreichen kann und gerne auch mal länger (acht bis 14 Tage) weht. Auch als „Etesien“ bekannt, ist der Meltemi ein trockener, kühler Wind, der auf den im Sommer heißen ->Ägäisinseln für Abkühlung sorgt und dabei jede Frisur schafft. Dabei kann die Seefahrt ungemütlich bis unmöglich werden, beim Bad am Strand wird man sandgestrahlt, und Türen und Fenster entwickeln ein Eigenleben. Besonders beliebte Vorkommen: Tinos, Karpathos.

 


Mýthos, der oder das – gr. ο μύθος, η μύθος.

 

Eigentlich eine Sage oder eine Legende. Heute Dinge oder Ereignisse von hoher symbolischer Bedeutung. Oder auch eine falsche Vorstellung oder Lüge...

Αußerdem ein griechisches (helles Lager-) Bier. Gehört heute zur dänischen Carlsberg-Brauerei. Irgendwie auch eine Lüge. Schmeckt aber.

 


Neró, das gr. το νερό.

 

Die Betonung hinten hat es nichts mit ‚schwarz‘ zu tun. Wasser heißt Leben, gerade auf den trockenen Südkykladen. Gibt es manchmal in Brunnen zum Abfüllen, und sonst in Eineinhalb-Liter-Flaschen zum Trinken. Ohne Blub natürlich - wer Wasser mit Kohlensäure will, bestellt Soda – in der 0,33-Liter-Dose, und teuer. Man sollte sparsam damit umgehen, was von rinnenden WC-Spülungen und Pools gelegentlich boykottiert wird.

 


Nis(s)iótika, die - gr. τα νησιώτικα.

 

Typische (meist flotte) Musik von den griechischen Inseln jenseits von nervtötenden Zorbas-Bouzouki-Klängen. Hauptinstrumente sind die Geige oder die ->Lyra, das Laouto oder die Gitarre, und der Dudelsack (Tsambouna oder Askomantoura). Getanzt werden dazu zahlreiche lokal unterschiedliche Tänze wie Sirtos, Balos und Sousta – mehr als es Inseln gibt. Die Fröhlichkeit der Musik im Gegensatz zu den düster-getragenen Klängen vom griechischen Festland (Ipirus, pontisch) lässt erahnen, dass das Inselleben ein leichteres war und ist.

 


Nikólaos, der heilige - gr. Άγιος Νικόλαος.

 

Einer der wichtigsten Heiligen in Griechenland, und speziell der Inseln, da er der Schutzpatron der Seefahrer ist. Außerdem Name einer Stadt auf Kreta, die nach diesem Heiligen benannt ist. Seinen Namenstag feiert er am 6. Dezember – Nikolaustag, aber in Griechenland hat er keine rote Mütze auf und roten Mantel an. Seine Kapellen findet man nahe am ->Meer, und eine seiner Ikonen sollte sich auf jedem griechischen Schiff befinden.

 


Olive, die - gr. η ελιά

 

Frucht und gleichnamiger Baum. Wie überall am Mittelmeer so auch in Griechenland weit verbreitet. Die Frucht passt zum ->Ouzo, muss in den sogenannten „griechischen Salat“ (eigentlich Bauernsalat/χωριάτικη σαλάτα, samt Tomaten, Gurken, Feta und Olivenöl), und sorgt als Öl - gerne großzügig ausgeteilt - für die fettige und verdauungsfördernde Komponente zahlreicher griechischen Speisen.

Der Baum mit den silbrigen Blättern und dem knorrigen Stämmen prägt das Landschaftsbild vieler Inseln.

 


Ouzo, der - gr. το ούζο, Plural τα ούζα.

 

Anishaltige Spirituose, die gemäß gängigem Klischee in ganz Griechenland bevorzugt getrunken wird. Ob pur, mit Wasser oder Eis (dann färbt er sich milchig): Griechen essen immer etwas dazu. Gratis vor oder nach dem Essen gibt es ihn im Mutterland selten. Als geschützte Herkunfts- bezeichnung muss Ouzo einen Mindestalkoholgehalt von 37,5 Prozent haben und in Griechenland hergestellt sein. Im Gegensatz zum Tzipurro und Tzikoudia aber nicht zwingend aus Trauben. Besonders bekannt für seine Ouzoproduktion ist Lesbos (Plomari, Mini, Barbayannis), international am bekanntesten (aber nicht am besten) ist Ouzo12.

 


Panagía, die - gr. η Παναγία.

 

Name der Muttergottes Maria (nur sehr selten Agia Maria genannt), eigentlich die „Allerheilige“. Wird mit verschiedenen Attributen oder Eigenschaften dargestellt, zum Beispiel Panagia Zoodochou Pigis (der lebensspenden Quelle), Panagia Chrissopigis (von der goldenen Quelle), Panagia Evangelistrias (Überbringerin der Freudensbotschaft), Panagia Myrtidiotissa (mit den Myrthen), und überall am 15. August (Mariä Entschlafung) gefeiert. Lokale Panagia-Panigiria können abweichen, zum Beispiel Myrtiodotissa auf Kithira am 24. September.

 


Panigíri, das - gr. το πανηγύρι.

 

Kirchenfest am Namenstag eines oder einer Heiligen. Wird in kleinerem oder größerem Rahmen an der Kirche/ Kapelle des Heiligen gefeiert. Dazu gibt es einen Gottesdienst mit geweihten Broten (ártos) und danach Speise und Trank, und möglicherweise Musik und Tanz. Vor allem im Winter werden die Feste gefeiert wie sie fallen – es ist ja sonst wenig los. Die meisten Panigiria finden aber im Sommer statt, und dann natürlich in richtig großem Rahmen wenn viele Gäste aus dem In- und Ausland da sind. Fast jede Insel hat ihren lokalen Heiligen/ihre Heilige und an dessen/deren Namenstag feiert dann die ganze Insel. Und: nein, mit der ->Panagia hat das Wort nichts zu tun.

 


Papás, der - gr. ο παπάς.

 

Pfarrer der griechisch-orthodoxen Kirche, gerne auch als „Pope“ bezeichnet (das ist aber eher ein Geistlicher der russisch-orthodoxen Kirche). Die Betonung ist dabei wichtig – vorne betont wird aus dem Papás nämlich ein Pápas, und das ist dann der Papst.

Papádes dürfen verheiratet sein und Familie haben wenn sie keine Karriere als Bischof oder höheres anstreben. Und fruchtbar waren sie offenbar immer, denn der Name „Papadopoulos“ heißt so viel wie „Sohn des Pfarrers“ und ist einer der häufigsten griechischen Familiennamen.

 

 


Piräus, das - ο Πειραιάς.

 

Griechische Hafenstadt bei Athen, deren Größe und Eigenständigkeit neben Athen gerne übersehen wird. Mit 163.000 Einwohnern immerhin die drittgrößte Stadt Griechenlands und Verwaltungszentrum der Region Attika. Piräus ist einer der größten Häfen des Mittelmeers und war 2012 der größte Passagierhafen Europas (18 Millionen beförderte Gäste). Dank des Kreuzfahrtbooms Tendenz steigend.

Von Piräus aus kann man mit Fähren etwa sechzig griechische Destinationen direkt anfahren, hat also definitiv die meisten Möglichkeiten zum Inselhüpfen. Mit dem Zentrum Athens verbindet Piräus die Metrolinie 1, und mit dem Flughafen Athen der Expressbus X96 (Fahrtzeit ca. 60 bis 80 Minuten).

 


Qualle, die - η μέδουσα.

 

Unangenehmer Meeresbewohner, der in der ->Ägäis gelegentlich vorkommt. Am besten geht bzw. schwimmt man ihr aus dem Wege. Sonst versteinert man bei Berührung (kurzzeitig) wie beim Blick der Medusa und trägt häßliche juckende Pusteln davon.


Retsina, der – η ρετσίνα.

 

Geharzter ->Weißwein meist aus Attika, der oft von mitteleuropäischen Urlaubern als DER griechische Wein schlechthin gesehen wird – womit die griechische Weinkultur ziemlich ignoriert wird. Das Harz stammt von der Aleppokiefer.

Auf den Inseln wird er in Halbliterflaschen serviert, aber eigentlich ist der offene (ungeharzte) Wein vorzuziehen wenn es keinen lokalen Wein gibt.

Die Griechen trinken Retsina gerne mit Cola gemischt, was ungefähr wie Hustensaft schmeckt und eigentlich nur eiskalt geht.

 


Room, der, das - gr. το δωμάτιο.

 

"You want room? Very nice, private bath, hot water". Die Infrastruktur der privaten Zimmervermieter, die vielerorts auch zu den Fährankünften kommen um sich Gäste "einzufangen", macht das Inselhüpfen in Griechenland so einfach. Nicht immer halten die gezeigten Kladden mit Fotos der Unterkunft was sie versprechen. Am Besten gleich nach dem Preis fragen. Schwierig wird es dann, denn das Zimmer nicht gefällt, man aber jwd sitzt. Von Vorteil ist es wenn der Toiletteneimer regelmäßig (täglich!) geleert wird.

Die spontane Quartiersuche wird im Internetzeitalter zunehmend von Buchungsplattformen wie booking und Co. verdrängt. Schade eigentlich, aber Enttäuschungen trotzdem nicht ausgeschlossen.

 


sigá, sigá - σιγά σιγά.

 

Griechisch für „langsam, langsam“. Gerne falsch als „cigar, cigar“ zitiert – hat aber nichts mit Rauchen zu tun.

Es soll Nissomanen geben, die lieber hektisch Inseln sammeln als diese zu genießen und der urgriechische Aufforderung zur Entschleunigung nachzukommen.

Die modernen Griechen haben aber oft auch keine Zeit mehr und benutzen lieber Schnellfähren als normale Fähren.

Als urlaubender Inselspringer, oder inselspringender Urlauber sollte man sich aber nicht hetzen lassen. Die Seele geht zu Fuß (womit man die Inseln am intensivsten erlebt), oder fährt allenfalls Schiff…

 


„Skopelítis, Express“, die – gr. το  Εξπρές Σκοπελίτης.

 

Kleine Fähre in Familienbesitz, die zuverlässig zwischen Amorgos, den kleinen Ostkykladen und Naxos pendelt, und dabei Kultstatus errungen hat. Wer noch nie mit ihr und den beiden Kapitänen Giannis gefahren ist, der hat die ->Ägäis nicht wirklich erlebt.  Nächtens ist der ->Hafen von Katapola ohne sie unvollständig. Achtung: besonders schaukelt sie auf der Strecke von und nach Donoussa! Umstritten ist, ob die Transkribierung  mit "c" oder "k" richtig ist. Ich halte mich an die deutsche Schreibweise.

 


Stuhl, der - gr. η καρέκλα.

 

In der - von philhellenischen Romantikern geschätzten - traditionellen Form aus Holz und Stroh/Schnur ein als Sitzgerät getarntes Folterinstrument. In alle Gesäße breiter als XS bohren sich die Holzpfosten und sorgen für Druckstellen und ->blaue Flecken. Ob die Griechen so heimlich ihre Xenophobie ausleben? Einheimische haben Hornhaut, benutzen zur Entlastung mehrere Stühle (optimal sind drei), oder sich massiv ausbreitende Plastik-Monoblocks.


Tamariske, die – gr. το αλμυρίκι.

 

Fedrig belaubter Baum, der nahe am ->Meer wächst da er auch sehr salzigen Boden vertragen kann. In der größeren Variante beliebt als Schattenspender am Strand, in der kleineren oft vom Wind zerzaust und besenähnlich. Blüht rosa-weiß und weint salzige Tränen bei Südwind.

 


Taverne, die – gr. η ταβέρνα.

 

Einfache Gastwirtschaft, gerne mit unbequemen ->Stühlen und gummibandfixierten Papiertisch-decken und Neonlicht. Ort des unkomplizierten Essens und Trin