In Kythiras Osten

Das Wetter hat sich gemacht, der Wind weht noch, aber lange nicht mehr so stark. Der Himmel ist blau. Beste Voraussetzungen für unsere Fahrt nach zuerst nach Paleokastro. Auf der Hauptstraße nach Norden bis Fratsia, dann nach Osten auf einer schmaleren Straße. Und da irgendwo sehen wir ihn dann: Den Brand von Mitte August, oder vielmehr seine Folgen: östlich von Mitata zieht sich eine große verbrannte Fläche entlang. Wie groß sie ist werden wir erst später sehen.

Die Wanderung von Mitata über Paleokastro nach Paleopoli und Avlemonas wäre für uns ein Option gewesen wenn wir nicht wieder irgendwie hätten zum Auto zurückkehren müssen. Nun ist der Weg kaum zu empfehlen, es sei denn man steht (im wahrsten Wortsinn) auf Verbranntes. Erstaunlicherweise hat es mitten in der verbrannten Fläche vereinzelt grüne, unverbrannte Flächen, ein Olivenhain zum Beispiel. Da hat jemand Glück gehabt, nur die äußere Baumreihe ist geschädigt.

 

Wir suchen die Stelle, wo eine schmale Piste hinauf nach Paleokastro abzweigen soll – beschildert ist hier nichts. Hoppla, die höllische Bodenwelle hab ich nun übersehen, mit Karacho hinein, hoffentlich nimmt das Auto das nicht übel! Ein Kilometer weiter vorne zweigt ein Weg links ab, das kann aber nicht der Ernst sein! Nein, wir sind zu weit gefahren, fast schon in Paleopoli/Skandia. Also umkehren, langsam fahren, die Bodenwelle. Schließlich mache ich doch eine Abzweigung aus, mit dem Auto aber definitiv nicht zu befahren, selbst mit einem Allrader wäre es schwierig. Wanderschuhe an, ich gucke mal ob es da weitergeht. Der tief ausgefahrenen Fahrweg führt nach einer engen Kurve hinauf Richtung Hügel – oben kann ich eine Kapelle entdecken, dort muss Paleokastro sein. Gut, die Mutter kommt auch. Die Piste geht mitten durch verbranntes Gebiet, schwarze Buschskelette heben wie Verzweifelte die Arme zum Himmel, unverwüstliche Meereszwiebeln dazwischen – Hitze scheint denen nichts anhaben zu können. Und dann, an mehreren Stellen, wunderschöne blassviolette Disteln. Ja, die Natur erholt sich schon wieder vom Brand.

Nach zehn Minuten sind wir an den Ruinen eines Gehöftes, hier wird die Wegführung undeutlicher. Ein paar Markierungen führen uns über einige terrassierte Mäuerchen, hier steht noch reichlich unverbranntes Gestrüpp, verdammt dicht. Und wo geht es eigentlich weiter? Nach einigen vergeblichen Versuchen geben wir auf (wir kennen das vom Wandern in Griechenland). Unsere Beine sind gezeichnet: Aschestriche und Kratzer, rot auf schwarz. Es wäre sowieso nichts zu sehen vom Afrodite-Tempel oben in Paleokastro, von dem im 18. Jahrhundert noch Ruinen vorhanden gewesen sein sollen – sogar Heinrich Schliemann war mal da, hat gebuddelt und wurde nicht fündig.

 

So geht es nun nach Avlemonas, vorbei an Paleopoli, dem antiken Hafen Skandia. Über eine Mauer werfe ich einen Blick auf unspezifische Mauerfundamente, umwachsen von wildem Getreide. Hm, ja, also, könnte alt sein. Vielleicht aber auch nicht. 1.000 oder 2.000 Jahre, ist das die Frage?

Rechts der Küstenstraße zieht sich ein breiter Strand entlang, schattenlos. Weiter westlich einige Felsenformationen. Vor uns Avlemonas, und dahinter der kahle Bergkegel des 389 Meter hohen Agios Giorgos mit Kapelle und minoischen Gräbern. Ein Weg führt von Avlemonas hinauf, aber von der Rückseite, also von Nordwesten her, soll es eine Straße hinauf geben, schmal, aber gelb, also asphaltiert.

Schrieb ich schon dass Autofahren faul macht?

Nun sind wir also in Avlemonas, als malerischstes Dorf der Insel bekannt (Hmm, hatte ich das nicht schon mal irgendwo gelesen über einen anderen Ort?). Ist kleiner als ich dachte, wir fahren auf der Suche nach einem schattigen Parkplatz durch, das geht schnell. Also wieder zurück, Anliegerparken – häh? Ist uns jetzt einfach mal egal, es ist Nach-Nachsaison.

Doch, das Dorf ist schon nett. So eine kleine, fjordartige Minibucht, häusergesäumt, Bötchen drauf, gemauerte Treppchen und Terrassen hinunter, Palmen und Araukarien dazwischen, gartenähnlich. Sehr überschaubar, sehr gepflegt. Etwas zu gepflegt für unseren Geschmack, etwas zu neu, fast kulissenartig, steril. Das einzige erkennbar ältere Gebäude ist die venezianische Fortezza am Rande des Fjordes, unbewohnt natürlich, und eher eine Bonsai-Fortezza als eine richtig erwachsene Festung à la Chora. Wehrhaft aber schon. Zu ist sie natürlich auch, ebenso wie die meisten Tavernen. Dabei gibt es hier richtige Touristen, aus dem Ausland. Die sitzen im Café, aber auf die Snacks dort haben wir keine Lust.

Immerhin ist die Taverne „Sotiris“ geöffnet, nett wind- und sonnengeschützt, katzenumschmeichelt,  und die Zucchinikeftedes sowie die Skordalia schmecken gut wie meist (wieso gibt es keine Zucchinikeftedes in griechischen Tavernen in D? Gruß ans „Ermis“!). Und wir sind nicht zu früh da – in der nächsten halben Stunde wird die Bude richtig voll. Mulitkulti, ein französisches Paar am Nachbartisch, eher mäkelig. Dann kommen griechische Badegäste vom Strand (wo auch immer der ist) - zwei Prototypen des älteren griechischen Paares, die Männer mit Handy und Autoschlüssel spielend, die Frauen blondiert, müssen sich erst umziehen, „Sotiris“ scheint auch Zimmer zu vermieten. Dann fällt eine große anglophone Gruppe ein, Australier, Engländer, Amerikaner, oder was? Komisch, irgendwie passen die nicht hier her. Ausflügler von der Peloponnes? Kreuzfahrer? Bis die alle wissen was sie wollen (jeder für sich), und bestellt haben, das dauert. Wir warten nicht ab bis sie bezahlt haben (deutsches oder griechisches System?), und verkrümeln uns. An der nun nachmittäglich westernähnlich ausgestorben wirkenden Straße steht irgendwo ein Bus. Und ein Feigenbaum, Dessert gefällig? Meine Mutter kann an keinem Feigenbaum mit reifen Früchten vorbeigehen.

Wohin nun? Erst auf ein schnelles Bad an den Kieselstrand, an dem wir vorhin schon waren. Ein holländisches Paar fühlt sich durch die plötzliche Touristenflut (wir sind zu zweit, und sonst ist niemand da) gestört und ergreift die Flucht. Eine Ecke weiter soll der Strand außerdem schöner sein. Die Kieselsteine sind so interessant gemasert, dass sie die Mutter ihre guten Vorsätze vergessen lassen. Same procedure as every holiday.  Irgendwo hier soll Afrodite dem Meer entstiegen sein, wo genau wird nicht verraten. Strandlilien wachsen in ihren Fußabdrücken. Bloß riecht es etwas abwassermäßig-moddrig hier, haben die eigentlich eine Kläranlage? Wohl kaum. Na, so groß ist Avlemonas ja nicht, dass da so viel kommen kann… Wellen hat es auch noch, und die Badeschuhe hab ich vergessen, der Strand ist ein bisschen unbequem. Aber wir bleiben auch nicht lange, wollen ja noch hinauf nach Agios Georgos sto Vouno.

Eine schmale Asphaltstraße zieht sich vom Piatsa-Strand hinüber Richtung Diakofti, den George-Hügel sehen wir immer rechts. Die Landschaft ist hier steinig und unfruchtbar. Dann erreichen wir die breite Straße vom Hafen Diakofti ins Inselinnere, kurz danach zweigt die Straße auf den Hügel (oder ist es schon ein Berg?) ab. Laut Karte soll sie nur am Anfang für ein paar Meter nicht asphaltiert sein, optimistisch hopple ich über Staub und Schotter. Man sieht die Straße vorne sich hinauf schlängeln – ganz schön steil! Die Zeiten einer befestigten Straße scheinen auch nach den ersten Metern schon etwas her zu sein. Die Mutter protestiert. Angesichts der fehlenden Kaskoversicherung und aus Angst, vorne an der steilsten Stelle hängen zu bleiben, gebe ich dem Protest der Mitfahrerin nach und wende. Man muss nicht auf jeden Berg, und vom Kloster Moni (ein Pleonasmus? Nein, denn tatsächlich heißt es Agia Moni. Das Kloster  ist aber mitnichten der Heiligen Monika geweiht, sondern der Gottesmutter mit dem Zunamen die „heilige Einsame“ -  i moni tis Theotokou Agias Monis) wird man bestimmt auch eine gute Aussicht haben, es liegt direkt gegenüber dem des heiligen Schorsch  - dann fahren wir eben dorthin.

Da wir uns beim Warten auf die Fähre morgen bzw. übermorgen einige Nachtstunden um die Ohren hauen müssen, wollen wir uns das Terrain vorher ansehen: nämlich, ob es am Anleger eine Taverne gibt. Deshalb fahren wir hinab nach Diakofti.

Diakofti ist noch nicht so lange der Haupthafen der Insel, und nur ein verschlafenes Stranddörfchen mit einem Anleger für Kaikia. Der Fähranleger befindet sich auch nicht direkt dort, sondern auf dem gegenüberliegenden Inselchen Makrikythira (auch Makronisos), das über eine flache Brücke mit der Hauptinsel verbunden ist. Von der Serpentinenstraße, die nach Diakofti hinab führt, kann man das sehr gut sehen. Und etwas weiter rechts das Felseninselchen Prasonisi mit dem dekorativ den Bug in den Himmel streckenden Wrack des Frachters „Nordland“. Die „MS Nordland“ lief am 29. August 2000 auf den Felsen auf, hier der Schiedsspruch der Vereinigung für Deutsche Seeschiedsgerichtsbarkeit in Hamburg 2002. Das Entsorgen solcher Wracks ist in Griechenland offenbar nicht üblich (siehe Amorgos oder Zakynthos, wo ein Wrack sogar noch touristisch ausgeschlachtet wird), tiefer legen (wie die „Sea Diamond“ vor Santorin) ging nicht, nun rostet das Teil eben fotogen vor sich hin und dient Tauchern als Revier.  Auch eine Möglichkeit….

Im Hafen sehen wir das Fährschiff „Porfyrousa“ liegen. „Porfyris“ war der Name Kythiras zu minoischer Zeit bis 1500 vor Christus, nach den in großen Mengen vorhandenen Purpurschnecken. Bei den Phöniziern danach hieß die Insel dann Kythera, später unter den Venezianern „Cerigo“, Antikythira hieß „Cerigotto“.

Die „Porfyrousa“ pendelt normalerweise täglich von Neapoli/Peloponnes hierher, außerdem einmal wöchentlich noch weiter nach Antikythira. Das Schiff ist größer als ich dachte, kein Vergleich mit Kleinfähren à la „Skopelitis“. Um 16 Uhr fährt sie ab, wir sind gerade noch rechtzeitig gekommen um uns das anzusehen. Viele Leute scheinen nicht darauf zu sein, ein Wohnmobil geht noch an Bord. Pünktlichst werden die Leinen gelöst und das Schiff fährt ab. Zurück bleiben wir auf dem großen parkplatzähnlichen Anleger. Eine Taverne ist natürlich vorhanden, nebst Ticketbüro und einem gelandeten Segelboot mit Mast- und Schotbruch.

Über die Brücke wieder zurück zur Hauptinsel. Diakofti bietet Kythiras einzigen Sandstrand, und türkisgrünes Meer. Abgesehen davon, dass das Dorf noch verschlafener ist als Avlemonas, und auch nicht wirklich auf eine gewachsene Dorfstruktur zurückblicken kann, finden wir es hier eigentlich ganz nett. Zwei Einheimische sitzen im Baumschatten und blicken aufs Meer, ein anderer werkelt an seinem Kaiki, beraten von Umherstehenden. Einer angelt. Am Sandstrand sitzen zwei einsame Touristen. Draußen zieht ein Frachter vor der Peloponnes vorbei (wie heißt eigentlich der Kanal zwischen Kythira und dem Festland?).

Die Luft ist so klar heute, kein Dunst. Einfach schön. Die kahlen unbesiedelten Berghänge, die hinter dem Ort emporsteigen, erinnern an Amorgos. Na, ganz so steil sind sie dann doch nicht.

Die Straße zurück ins Inselinnere ist ein Pracht, neu und bestens ausgebaut. Klar, da müssen auch die LKW rauf, die Baumaterial und Co auf die Insel transportieren. Rechts liegt der breite Berg Digenis, an dessen östlichem Ende das Kloster Agia Moni liegt – fast über uns. Die Straße dorthin zweigt aber erst vier oder fünf Kilometer weiter westlich ab. Nun befinden wir uns wieder im Brandgebiet – verkohlt ist die ganze Fläche. Und hier sehen wir die ersten Ziegen auf Kythira. Die armen Viecher sollen auf den abgebrannten Flächen etwas zum Fressen finden? Na, auf alle Fälle wird zukünftiger Wildwuchs damit wirkungsvoll bekämpft. An der Abzweigung rechts zum Kloster befindet sich ein eingezäuntes kleines Denkmal. Wir halten an um es uns näher anzusehen. Es ist eine Büste des Freiheitskämpfers Theodoris Kolokotronis, der 1803 auf Kythira weilte und hier (genauer: im Kloster Agia Moni) für den Sieg der Griechen im Freiheitskampf gegen die Türken gebetet haben soll. 1840, nach Griechenlands Befreiung, unterstützte er zum Dank den Wiederaufbau des zerstörten Klosters.

Zwei Ziegen befinden sich in dem eingezäunten Grundstück, wie sie wohl über den Zaun gekommen sind? Raus kommen sie zumindest nimmer und sie lassen es doch sehr an Respekt gegenüber dem Freiheitskämpfer fehlen…

Fast parallel zur vorherigen Straße führt die Straße zum Kloster Agia Moni zurück nach Osten. Das Kloster wurde zwar erst 1840 geweiht, aber schon 1766 wurde die wundertätige Marienikone (genauer: eine Doppelikone mit der Panagia auf der einen Seite und dem heiligen Georg auf der anderen Seite) von einem Hirten in einem Mastixstrauch gefunden und bereits ein Jahr später ein Klostergebäude errichtet. Das Kloster ist nicht mehr dauerhaft bewohnt, aber am 6. August findet hier alljährlich ein großes Fest statt. (Irgendwie sind alle Feste hier im August – hat man das vorausahnend für die sommerlich heimkehrenden Australien-Auswanderer gemacht?) Ein Pappas soll gelegentlich da sein, wir rechnen aber nicht damit, ihn anzutreffen, denn morgen ist ja das große Panigiri in Myrtidiotissa, da sind bestimmt alle Inselgeistlichen schon vorher im Einsatz.

Zur Straße hin zeigt sich das Kloster von seiner abwehrenden Seite, die Türe ist geschlossen. Ein Hühnerstall samt Enten liegt auf der Talseite des Klosters, es muss also regelmäßig jemand hier vorbeikommen. Ziegen gucken neugierig um die Ecke, und wir machen es ihnen nach und umwandern den Gebäudekomplex. So weit das möglich ist zumindest, also bis zur Rückseite, von der aus man den schön verzierten sandsteinfarbenen Glockenturm im Klosterinneren gut sehen kann. Für die Pilger, die im August kommen und traditionell mehrere Tage bleiben, gibt es jede Menge Zellen, auch noch im Nachbargebäude.

Wir setzen uns aber lieber auf eine Bank und genießen den Blick hinunter nach Diakofti und hinüber zur Peloponnes. Ein Kreuzfahrtschiff fährt vorbei, der auffälligen Rumpfbemalung nach muss es sich um ein Schiff der Norwegian Cruise Line handeln. Eine, zwei Ziegen hüpfen herum. Die gehörnten Vierbeiner haben mir bisher echt gefehlt! (Auf Kreta werde ich Ziegen noch in allen Zersetzungszuständen sehen… muss auch nicht sein.)

 

Die Straße führt noch weiter bergauf bis zur unvermeidlichen Telekommunikations-anlage (von der Sorte hat es hier einige) auf 489 Meter über Meer, aber es ist schon spät, und so fahren wir heimwärts. Wieder durch die verbrannte Ebene, und am Flughafen vorbei – hier in dieser Ecke ist Kythira ganz schön abweisend und unbelebt. Bis dann wieder so ein schnuckeliges Dorf kommt - nicht Sensationelles, aber nett. Irgendwie haben wir Mitata nicht besucht, das soll auch sehr hübsch sein, und ist bekannt für das Weinfest im August. Man sollte ja wirklich mal im August nach Kythira, bloß  ist da alles (über-)voll, mit Griechen, mit Australogriechen, mit Italienern, mit Holländern – ochi, poté!

 

Am Ortseingang von Chora steht links der Straße eine alte Dampfwalze deutschen Fabrikats: J.A. Maffei & Jacob, Leipzig. Liebevoll restauriert und türkis-rot angestrichen – wie die auf die Insel und hierher gekommen ist? Und ob sie wohl noch fährt? Dieses Mal halten wir damit ich ein paar Fotos machen kann. Wenn jemand mehr über das Teil weiß, ich wäre interessiert.

Beim Ouzo zum Sonnenuntergang muss ich mich heute zurückhalten: wir wollen zum Abendessen mit dem Auto nach Livadi in den „Schützen“: o Toxotis. Im MM wird das Lokal empfohlen, und einmal mehr hätten wir nicht später kommen dürfen. Es ist ja nicht Freitag oder Samstag, wo die Lokale in Griechenland traditionell gut besucht sind. Aber es ist der Vorabend vor einem Feiertag, und die Einwohner von Livadi und den benachbarten Ortschaften entern die Taverne. Das Essen ist auch gut, ich wage mich mal wieder an eine Loukaniko (läppische 1,50 kostet die Wurst!) und kleine Käsetaschen vorab. Im Verlaufe des Abends sitzen wir mitten im griechischen Leben, einfach herrlich!

Ausgiebige Studien griechische Familien- und  Bekanntschaftsverhältnisse sowie griechischer Tischsitten sind möglich. Drinnen ist eine lange Tafel eingedeckt, an ihr nimmt später die Gruppe Platz, die wir heute Mittag in Avlemonas getroffen haben. Irgendwie sieht es nun offiziell aus – Partnerschaftsempfang oder so?

Späteren Gästen wird noch ein Tisch dazwischen gezwängt, aber irgendwann ist alles voll, nun müssen die Leute warten. Die Leute haben sich ganz schön chic gemacht, vielleicht feiert man schon den Vorabend des Festes? Das Auto des Metropoliten ist auch vorbeigefahren, natürlich hat er einen Chauffeur, später sehen wir einige Papades in der Nachbartaverne.

 

Hinter uns sitzt ein älterer Mann, wir kommen ins Gespräch: er will wissen ob wir Holländer wären. Deutsche? Na, das hätte er ja jetzt noch gar keine getroffen, aber er könne auch die deutsche und die holländische Sprache nicht unterscheiden. Er ist Australier, mit kythirotischen Wurzeln, wäre nun für einige Wochen hier auf der Insel bevor er nach Athen gehe, eine Hochzeit vorbereiten.

Der Abend bestärkt uns darin, dass das „wahre griechische Leben“ auf Kythira eher in Livadi als in Chora stattfindet. Ohne Meer- oder Kastroblick natürlich, das brauchen ja nur Touristen :-)

 

Na, nun sind wir ja echt gespannt was das Panigiri morgen so bringt…