Marmor und mehr - 7 Tage in der Nordwest-Toskana

 

Jeden März das gleiche Problem: Resturlaub, gepaart mit Fernweh. Bloss wohin? Griechenland schied aus - kommt später im Jahr dran. Norden oder Städtetour schied auch aus - ich wollte unbedingt Sonne.

Procida wollte die Mutter nicht (sie hatte vorher noch nie von der Il-Postino-Insel gehört).

Auf die Toskana konnten wir uns einigen. Vor 22 Jahren war ich mal dort gewesen (mit Rotel-Tours), in Lucca und Pisa. Flug mit AirBerlin nach Florenz, Bed&Breakfast im "L'Antica Bifore" in der Altstadt von Lucca. Schön zentral gelegen, Ausflüge mit der Bahn oder Bussen möglich.

Vorfreude.

Dann konnte die Mutter ganz kurzfristig nicht mit, und ich musste alleine los. :-(

 

Alles klappte aber bestens: der Flug nach Florenz, mit dem Bus zum Bahnhof Santa Maria Novella (€ 5,-), Zug nach Lucca (€ 5,60 - nicht vergessen, das Ticket zu entwerten), per pedes zur Unterkunft im ersten Stock eines hirtorischen Hauses in der Via Fillungo.

Und gleich wieder los, Lucca angucken - das Wetter war bestens! Die ganze Zeit.

Die Altstadt von Lucca ist weitgehend autofrei, in der Vorsaison ist noch nicht viel los, die Stadt gehört noch den wintergekleideten Einheimischen.

Was man ansehen sollte wenn man ausreichend Zeit hat: die Piazza dell' Anfiteatro  auf dem Platz eines römischen Amphitheters. Den baumbewachsenen Guinigi-Turm, und den Uhrenturm (Torre delle Ore). Den Dom San Martino mit dem Grabmal der Ilaria und dem Dommuseum. Die Kirchen San Michele und San Frediano mit ihren Kunstwerken. Die Kirche San Giovanni samt Baptisterium und besichtigbarem römisch-mitterlalterlichem Unterbau. Die gut vier Kilometer lange Stadtfestigung befährt man am besten mit dem Leihrad. Im Museum Guinigi kann man fast alleine die wunderbaren lombardischen und gotischen Kunstwerke ansehen.

Dazwischen mal ein Eis, mal eine Caffé. Sitzen, die Sonne genießen.

Lucca ist toll.

Nach Pisa fährt man mit der Bahn eine knappe halbe Stunde, dann noch durch die Altstadt, bis man an der Piazza dei Miracoli landet - wirklich Wahnsinn!

Zehn Euro kostet das Ticket für Dom, Baptisterium, Camposanto und zwei Museen (Opera del Duomo und Sinopie), fast überall ist man alleine, kann man Marmor- und Bronzehandwerk bewundern.

Der torre pendente, der schiefe Turm kostet extra - 15 Euro! Ich hab es mir dann doch geleistet, es war zum Glück nicht voll und ich musste nicht warten.

Der Turm ist echt schön, auch wenn er nicht schief wäre, wäre er eine Sensation. Und das Ensemble von Baptisterium, Dom und Campanile - eine Wucht!

Wieder zurück durch die Altstadt und am Arno.

Das beste Eis in der Via Notari! Das Schmückkästchen der St. Maria della Spina.

Nach Pietrasanta und Carrara ist die Anfahrt etwas komplizierter - umsteigen in Pisa oder Viareggio, und in Carrara ist es noch eine Ecke vom Bahnhof bis zum Ort.

Aber Marmor wohin man guckt.

Sehr interessant fand ich das Mamormuseum in Carrara. Gerne wäre ich noch in einen Steinbruch, Führungen werden aber erst am Mai angeboten, und man braucht ein Auto um hinzukommen.

Ans Meer wollte ich auch noch, in die Karnevalshochburg Viareggio. Karneval war aber zum Glück schon vorbei.

Der Strand ist schön, die Uferpromenade endlos.

Und schliesslich noch nach Barga in der Garfagnana - auch so eine ungewöhnliche Kirche mit wunderschöner Kanzel.